Internethandel

Gewerkschaft: Amazon setzt kranke Mitarbeiter unter Druck

Die Gewerkschaft Verdi führt erneut Streiks an mehreren Standorten des Versandhändlers Amazon in Deutschland durch. Grund sind die berüchtigten Arbeitsbedingungen in dem Konzern. Das Unternehmen weist diese Kritik zurück.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erhöht mit neuen Streiks den Druck auf den US-Versandhändler Amazon in Deutschland. In diesen Tagen sollen die Beschäftigten an den Standorten in Rheinberg, Werne, Bad Hersfeld und Koblenz ihre Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, "wenig Rücksicht" auf die Gesundheit der Beschäftigten zu nehmen.

"Druck, Hetze und Kontrollen"

Der Arbeitsalltag sei "von hohem Druck, Hetze und Kontrollen" geprägt, was überdurchschnittlich hohe Krankenraten zur Folge habe, kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Zudem setze Amazon mit "Gesundheitsprämien" kranke Mitarbeiter unter Druck und fördere "das Misstrauen der Beschäftigten untereinander".

Amazon wies die Vorwürfe zurück. "Für Amazon haben die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter oberste Priorität", sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Das Unternehmen habe ein Konzept für Gesundheitsmanagement erstellt und an allen Standorten Posten für Gesundheitsmanager geschaffen. Die Sprecherin betonte zudem, dass die Streiks "keinerlei Auswirkung auf die Einhaltung unseres Lieferversprechens" hätte.

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Amazon sieht sich als guter Arbeitergeber

Verdi ringt mit Amazon seit mehreren Jahren um die Einführung eines Tarifvertrags auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels - bis jetzt ohne Erfolg. Amazon betont im Tarifstreit immer wieder, ein guter Arbeitgeber zu sein und vergleichsweise hohe Löhne zu zahlen. Das Unternehmen orientiert sich dabei an der Logistikbranche. (afp/apa/red)