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Geschäft mit Smartphones und Chipkarten bremst Infineon

Der deutsche Chiphersteller Infineon blieb im dritten Quartal in Teilen und mit seiner Prognose hinter den Markterwartungen zurück: Die Einnahmen Halbleitern für Smartphones und Bezahlkarten gehen zurück. Vorstandschef Reinhard Ploss betont jedoch, diese Absatzschwäche sei vorübergehend.

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Schwächelnde Einnahmen mit Halbleitern für Smartphones und Bezahlkarten bremsen das Wachstum von Infineon. Der deutsche Chiphersteller blieb im dritten Quartal in kleineren Teilbereichen und mit seiner Prognose für das Schlussquartal leicht hinter den Markterwartungen zurück und löste damit einen Kursrutsch seiner Aktie aus.

Infineon ist auch in Österreich vertreten: Die Tochtergesellschaft Infineon Österreich hat den Hauptsitz in Villach und beschäftigt in ganz Österreich rund 3.500 Mitarbeiter in Produktion, Forschung und Entwicklung.

Vorstandschef Reinhard Ploss beteuerte, die Absatzschwäche im Smartphone- und Chipkartenbereich sei kurzfristig und vorübergehend. "Infineon bleibt auf Wachstumskurs trotz des zurückgehenden Halbleitermarkts", sagte Ploss. Die langfristige Prognose eines Wachstums von jährlich um die acht Prozent stehe unerschütterlich. Das auf absehbare Zeit weniger stark wachsende, aber hochrentable Smartphone-Segment macht rund acht Prozent des Konzernumsatzes aus.

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An der Börse gerieten die Papiere von Infineon unter Druck. Die Aktien gaben um mehr als vier Prozent nach und gehörten damit zu den größten Verlierern im Dax. Vor allem das Geschäft mit Smartphone-Chips habe enttäuscht, urteilte Analyst Günther Hollfelder von Baader. "Das ist eine Überraschung nach den Ergebnissen der Konkurrenz und von Kunden wie Apple und Samsung, die als Besserung nach den harten drei vorangegangenen Quartalen aufgefasst wurden", erklärt er. Die Kollegen von UBS verwiesen auf die lange Erfolgsserie des Konzerns aus Neubiberg bei München und die starken Zahlen anderer Halbleiterhersteller, die der Aktie nun zusetzten.

Im dritten Quartal konnte Infineon den Umsatz binnen Jahresfrist um zwei Prozent auf 1,63 Mrd. Euro steigern. Das Ergebnis der Segmente kletterte um vier Prozent auf 254 Mio. Euro, der Überschuss um fast drei Viertel auf 186 Mio. Euro. Der Ausblick auf das laufende vierte Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 fiel allerdings zurückhaltend aus. Der Umsatz werde verglichen mit dem Vorquartal um die drei Prozent zulegen, kündigte Ploss an.

Die Rendite soll indes weiter steigen. Nach einer operativen Marge von gut 15 Prozent im abgelaufenen Quartal, sollen es im laufenden Vierteljahr 17 Prozent werden. Die Jahresprognose, wonach der Umsatz um bis zu zwölf Prozent bei einer Rendite von 15 bis 16 Prozent zulegen soll, bekräftigte Finanzvorstand Dominik Asam.

Über die jüngste Entwicklung äußerte sich Ploss zufrieden. "Umsatz, Ergebnis und Marge sind im vergangenen Quartal wie erwartet gestiegen. Besonders gefragt waren unsere Lösungen für Automobilelektronik, erneuerbare Energien und Stromversorgungen", erklärte der Manager.

In den Hauptgeschäftsfeldern stünden Infineon glänzende Jahre bevor. Trends wie neue Fahrerassistenzsysteme oder elektrische Fahrzeugantriebe kämen dem Konzern entgegen, sagte Ploss. Sein Haus werde weiter Marktanteile gewinnen. Mittelfristig komme Infineon auch der Trend zu mehr Sensorik im Alltag und in Smartphones entgegen. Während der laufenden Branchenkonsolidierung hat Infineon bereits den US-Rivalen International Rectifier übernommen und Mitte Juli den Kauf des Spezialisten Wolfspeed angekündigt. Damit will Infineon seine Stellung mit Energieregelchips und für die nächste Mobilfunkgeneration stärken. (reuters/apa/red)

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