Erkenntnis zum Tage

Gernot Rumpold: Schlaflos in Villach. Pleite in Limassol.

Der im Vorjahr zu drei Jahren Haft verurteilte ehemalige FPÖ-Politiker Gernot Rumpold ist pleite, offenbar noch immer auf freiem Fuß - und wohnt in Limassol, Zypern.

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Marxergasse statt Flamingo Court: Wer auch immer noch eine Rechnung mit Rumpold offen hat, hat jetzt eine österreichische Adresse

Wer auch immer noch eine Rechnung mit Gernot Rumpold offen hat, hat jetzt eine heimische Adresse, an die er sie richten kann: Die Marxergasse 1a in 1030 Wien. Am dortigen Handelsgericht wurde am Freitag der Konkurs über das Vermögen von Gernot Rumpold eröffnet. Die Insolvenz ist offenbar eine Folge der bereits im Juli erfolgten Insolvenz der PR-Agentur 100% Communications. Bekannt wurde diese Agentur, als sie für eine Pressekonferenz des Eurofighter-Herstellers dem Unternehmen EADS 96.000 Euro verrechnete. 

Über die Höhe der Verschuldung Rumpolds und die Frage, welcher Gläubiger den Konkursantrag stellte ist nichts bekannt. Was bekannt wurde, ist, dass der Lobbyist offenbar noch immer auf freiem Fuß ist, obwohl er am  9. August 2013 wegen Beitrags zur Untreue (im Falle der Telekom Austria) zu drei Jahren unbedingter Haft und zur Zahlung von 600.000 Euro verurteilt wurde. Das Urteil ist offenbar - im Gegensatz zur Konkurseröffnung - noch nicht rechtskräftig. Spannend an der Rumpold-Pleite ist bei näherem Hinsehen der offenbare aktuelle Wohnsitz des Lobbyisten: Auf Tür 32 im schillernden Flamingo Court an der Seefront im zyprischen Limassol soll Rumpold derzeit residieren. Oder zumindest sein Vermögen. So er denn eines hat. Am 29. September, dem Tag der Prüfungstagsatzung, wissen zumindest über letzteres mehr.