Serice ec austria

Geballtes Glück

Von der Revolution in der Rechnerwolke bis zur IT-Fabrik: Gleich mehrere Trends werden heuer in der Informatikonstechnik Wellen schlagen.

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Auch 2014 wird die IT-Branche weiter prosperieren. Zu den Wachstumstreibern Sicherheit, Mobilität und Cloud Computing wird sich heuer auch Big Data gesellen, zeigt sich Wilhelm Doupnik, Vorsitzender der Geschäftsführung der Raiffeisen Informatik GmbH, überzeugt: „Die explodierende Datenflut wird von Unternehmen oftmals als Problem wahrgenommen. Aber in dieser Flut stecken auch enorme Geschäftschancen.“ Big Data-Lösungen ermöglichen große Datenmengen effizient zu verarbeiten. Damit setzen sie genau dort an, wo konventionelle Datenbanken an ihre Grenzen stoßen.

Doupnik beobachtet, dass die heimischen Betriebe verstärkt in die Erhöhung ihrer IT-Security investieren. Zugriffs- und Datenschutzmaßnahmen, wie etwa Identity & Access Management (IAM), werden stark nachgefragt. Und im Umfeld des Cloud Computing entwickelt sich nun eine neue Form der Dienstleistung: Der Cloud-Broker assistiert bei der Auswahl und Integration von Cloud-Produkten. Eine zwangsläufige und sinnvolle Entwicklung, meint Doupnik: „Dies unterstützt einen optimalen Einstieg in die Cloud.“

Unsicherheiten

„Die Integration von Cloud Services in die eigene IT-Landschaft und die eigenen Prozesse wirkt oft recht einfach, aus Sicht der IT-Verantwortlichen birgt sie aber einige Unsicherheiten und Fragezeichen“, sagt Jochen Borenich, Vorstandsmitglied bei  Kapsch BusinessCom. Er empfiehlt ein Cloud Assessment: Im ersten Schritt wird die Applikationslandschaft des Kunden und wie sich der Bedarf künftig entwickeln wird analysiert. Danach wird festgelegt, welche Dienste in einer Private Cloud, welche in einer Public Cloud gut aufgehoben sind und welche im Unternehmen verbleiben sollen.

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Cloud Services bieten einige ganz grundlegende Vorteile, die der Dynamik des aktuellen Wirtschaftslebens sehr entgegen kommen, betont Borenich: „Cloud-Lösungen sind nicht nur günstiger im Betrieb, sie sind auch flexibler.“ Früher war die IT oft ein limitierender Faktor bei raschen Veränderungen eines Unternehmens, denn die technische Ausstattung eines neuen Standortes war mit hohen Anfangsinvestititonen verbunden. Die IT aus der Cloud kann mit deutlich geringerem Aufwand an aktuelle Entwicklungen angepasst werden.

IT-Fabrik

„Cloud – ja oder nein?“ Für Rainer Kalkbrener, Vorstandsvorsitzender der ACP-Gruppe, ist das keine Frage: „Jedes Unternehmen hat seine individuellen Anforderungen an die IT. Und genau so individuell ist auch die Art und Weise, wie sich die Unternehmen hier positionieren. Als Regelfall zeichnet sich heute eine gemischte Nutzung ab.“ Die sogenannte hybride Cloud vereint kostengünstig und flexibel zu beziehende Dienstleistungen aus der Public Cloud mit der Private Cloud, die die Vorteile einer klassischen Hosting-Lösung bietet.

„Man kann hinsichtlich der letzten Jahre von einer Industriellen Revolution in der IT sprechen“, meint Kalkbrener, „die IT-Industrie wird nun von Entwicklungen eingeholt, die etwa in der Automobilindustrie schon lange Standard sind. Die Informationstechnologie wird jetzt auch lean.“ Von dieser Revolution ist laut Kalkbrener „die industrielle Basis der IT  betroffen“, also die Infrastruktur und die Basisapplikationen wie etwa der E-Mail-Server. „Nicht betroffen ist dagegen die Enabling IT,  also die IT-Systeme, die eng mit den unternehmerischen Kernprozessen verbunden sind.“

Ungebremst

Johannes Bischof, Geschäftsführer von Konica Minolta Business Solutions, sieht einen weiterhin ungebremsten Trend hin zu Managed Services: „Konica Minolta befindet sich im Wandel. Wir haben uns vom reinen Hardware-Verkäufer zum IT-Dienstleister entwickelt. Wir konzentrieren uns mit Optimized Print Services (OPS) auf die IT- und Druck-Umgebung unserer Kunden, damit diese auf ihr Kerngeschäft fokussieren können.“ Für Großkunden sind Managed Services beim Drucken und Kopieren mittlerweile Standard und auch der Mittelstand findet daran zunehmend Gefallen. „Aber ein Unternehmen, das drei, vier Drucker besitzt, das ist freilich nicht die Zielgruppe für ein OPS-Projekt.“

Als Wachstumsmarkt identifiziert Bischof auch das Dokumentenmanagement. Mit der Akquisition der in Stuttgart beheimateten Raber+Märcker hat Konica Minolta Business Solutions die Bemühungen in diesem Bereich noch einmal verstärkt. Und auch auf Cloud-Lösungen setzt Konica Minolta weiterhin. Sie hätten zwar einen Vertrauensdämpfer erhalten, Bischof sieht aber die Diskussion, die durch den NSA-Skandal auf europäischer Ebene ausgelöst wurde, positiv.

Hochgeschwindigkeitscloud

Die Analyse großer Datenbestände, also Big Data, ist zeitaufwendig. Der Flaschenhals dabei sind die Datenbanken. Werden die Daten in den Arbeitsspeicher – In Memory – verlagert, dann steigert sich die Datenverarbeitungsgeschwindigkeit extrem. „Was zuvor Tage in Anspruch genommen hat, geht nun in Minuten“, berichtet Peter Öhlinger von T-Systems. Die Sache hat nur einen Haken – die benötigte Hardware ist nicht ganz günstig. Daher bietet T-Systems mit der High Performance Jet Cloud das In Memory Computing als eine Dienstleistung aus der Cloud an: „Damit ermöglichen wir einen vergleichsweise kostengünstigen Zugang.“

SAP HANA, die wohl mit Abstand bekannteste In Memory-Anwendung, hat T-Systems auch im Portfolio. „Hier das Kundeninteresse sehr groß“, sagt Öhlinger, „die Gründe liegen auf der Hand: ein großer Hersteller, ein gutes Produkt und handfeste Anwendungsmöglichkeiten.“

Zu vermitteln, welche Möglichkeiten Big Data außerhalb der SAP-Welt eröffnet, ist dagegen eine diffizile Angelegenheit: „Wenn man unstrukturierte Daten aus dem Internet analysiert, dann ist die Herangehensweise eher eine wissenschaftliche – also sehr von der spezifischen Fragestellung abhängig.“ Öhlinger prophezeit Big Data eine große Zukunft – und sie könnte viel schneller Realität werden, wenn ihr nicht so sehr der Geruch von Science Fiction anheften würde: „Big Data kann Fragen beantworten, die heute noch niemand stellt. Nicht weil sie etwa irrelevant wären, sondern weil niemand glauben würde, dass man sie beantworten könnte.“

Diese Artikelserie entsteht in Kooperation mit der Plattform economyaustria.at