Infrastruktur

Gas Connect Austria: OMV erwartet noch heuer ein Angebot vom Verbund

Die OMV verhandelt derzeit exklusiv mit dem Verbund über eine Übernahme der Mehrheit am Gasnetzbetreiber Gas Connect Austria. Ein Angebot sollte bis Ende des Jahres am Tisch liegen, meinte Konzernchef Seele in der Vorwoche. Für das Tankstellennetz in Deutschland haben demnach 20 Interessenten angeklopft.

Die OMV rechnet noch heuer mit einem Angebot des Verbund-Konzerns für den 51-Prozent-Anteil der OMV am Leitungsbetreiber GasConnect. "Wir sind in exklusiven Verhandlungen mit dem Verbund. Der Datenraum ist geöffnet und die Due Diligence läuft. Wir erwarten ein verbindliches Angebot bis Ende 2020", sagte OMV-Chef Seele bei einem Medientermin in der Vorwoche.

Die GasConnect sei kein strategisches Geschäft der OMV, "wir müsse nicht selbst Operator sein", sagte Seele. Für den Verbund würden sich mit Gas Connect Austria mehr Synergien ergeben.

Zahlreiche Interessenten für das Tankstellennetz in Deutschland

Neben der GasConnect will die OMV auch ihr 287 Stationen umfassenden Tankstellennetz in Süddeutschland loswerden. Die OMV-Raffinerie in Burghausen erzeuge nur Kerosin und Petrochemie und brauche daher kein Absatznetz, erklärte Seele. Für die deutschen Tankstellen, die als Gesamtpaket verkauft werden sollen, gebe es bereits 20 Interessenten.

White Paper zum Thema

Aktuelle Situation bei OMV:
Rückgänge bei der OMV: Keine Kurzarbeit, keine Kündigungen >>

Ein Dauerthema ist für die OMV das Erdgasfeld Neptun im rumänischen Schwarzen Meer. Dazu werde es heuer sicher keine finale Investitionsentscheidung geben, sagte Seele in der Telefonkonferenz. Vieles hänge davon ab, ob es in Rumänien ein passendes Offshore Law geben werde.

Auch hat ja der US-Ölkonzern ExxonMobil angekündigt, seinen 50-Prozent-Anteil am Neptun-Projekt zu verkaufen, das Ergebnis dieses Verkaufsprozesses müsse man auch noch abwarten. "Wenn alles rechtzeitig passiert, dann könnten wir die finale Investitionsentscheidung im kommenden Jahr treffen."

Offene Fragen bei Nord Stream 2

Keine befriedigende Antwort gibt es auf die Frage nach dem Stand beim Projekt der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2. "Ich gebe Ihnen eine ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht", sagte Seele. Die Nord-Stream-Projektgesellschaft plane nach wie vor, den Bau spätestens im ersten Quartal 2021 abzuschließen. "Dazu habe ich bisher keine Korrektur oder irgendein Update erhalten, mehr kann ich dazu nicht sagen." Aktuell dazu: Nord Stream 2: Spezialschiff von Gazprom erreicht die Ostsee >>

Höhere Dividende kommt wohl nicht

Die noch Ende März bestätigte Dividendenerhöhung für 2019 von 1,75 Euro auf 2,00 Euro je Aktie dürfte wohl nicht halten. Der Vorstand werde einen neuen Dividendenvorschlag erst kurz vor der auf 29. September 2020 verschobenen Hauptversammlung machen, sagte Seele. Der Dividendenvorschlag vom Beginn dieses Jahres sei noch in einem anderen Umfeld vor der Coronavirus-Krise erfolgt. (apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge