Förderungen

Funktionierende Elektro-Lkw sind nicht in Sicht - Branche plädiert für Erdgasantriebe

Österreichische Frächter und die Gaswirtschaft fordern die gleichen üppigen Staatshilfen für Gasfahrzeuge wie für Elektroautos. Ihr Argument: Echte, praxistaugliche Elektrolastwagen sind keine in Sicht - Lkw mit Gasantrieb sind schon heute unterwegs, und es werden immer mehr.

Die Güterbeförderer und die Gasbranche fordern, dass gasbetriebene Lkw und die Tankstellen dafür gleichstark gefördert werden wie die Elektromobilität. Denn für schwere Lkw sei der praxistaugliche E-Antrieb nicht in Sicht, Gaslastwagen seien aber schon unterwegs - und würden immer mehr. Deutschland, die Niederlande, die skandinavischen Länder und Italien seien Österreich weit voraus.

Wenn die Bundesregierung die Klimaziele, zu denen sie sich im Vertrag von Paris verpflichtet hat, erreichen wolle, führe kein Weg an gasbetriebenen Lkw vorbei, waren sich heute Alexander Klacska, Obmann der Transportsparte der WKÖ, und Markus Mitteregger, Vertreter der Gaswirtschaft, bei einem Pressegespräch einig. Schließlich gelte es bis 2030 über 30 Prozent der CO2-Emissionen einzusparen.

Berlin zahlt 12.000 Euro pro Lkw mit Gasmotor

Derzeit sind die gasbetriebenen Transit-Lkw noch Exoten, gerade einmal 3.000 sind in der EU unterwegs. Zum Vergleich: In Österreich sind alleine rund 40.000 schwere, herkömmliche Zugmaschinen zugelassen. Die Anschaffungskosten liegen rund 30 Prozent über dem eines Diesel-Lkw. In Deutschland werden die Fahrzeuge laut Klacska mit 12.000 Euro pro Lkw gefördert.

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Branche pocht auf Förderungen - auch für "Power-to-Gas"

Mitteregger und Klacska forderten von der Bundesregierung, dass sie nicht nur den Fokus auf die Elektromobilität legt und künftig steuerliche Anreize geschaffen werden, insbesondere für das Tanken von Biogas. Dieses wird bereits mit gesicherten Einspeistarifen subventioniert. Weiters gehe es darum, die Forschung für "Power-to-Gas" voranzutreiben, also die Speicherung von Sonnen-und Windenergie in Gasform.

Österreich hat zur Zeit nur eine Gastankstelle

Die steuerlichen Anreize würden sich auf jeden Fall auch für den Finanzminister bezahlt machen, denn ohne Gastankstellen würden die internationalen Transporteure nur durch Österreich durchfahren, ohne zu Tanken und entsprechend Steuern zu zahlen, warnten Mitteregger und Klacska. Österreich hat zur Zeit nur eine Gastankstelle. Getankt wird hier LNG (Liquid Natural Gas), also auf minus 163 Grad Celsius abgekühltes flüssiges Erdgas. (apa/red)