Holzverarbeiter

Fundermax nähert sich beim Umsatz der 400-Millionen-Grenze

Nach Übernahme einer norwegischen Papierfabrik legt der Kärntner Hersteller beim Umsatz deutlich zu und zählt bereits 1.400 Mitarbeiter. Weiteres Wachstum sei geplant, so Geschäftsführer Rene Haberl.

Das österreichische Unternehmen Fundermax nähert sich beim Umsatz der Grenze von 400 Mio. Euro. Diese habe man im abgelaufenen Jahr 2018 beinahe erreicht, sagte Fundermax-Geschäftsführer Rene Haberl im Gespräch mit der APA. Mit der inzwischen abgeschlossenen Übernahme des norwegischen Papierherstellers Ranheim Paper & Board mit Sitz nahe Trondheim zählt das Unternehmen nun rund 1.400 Mitarbeiter. Aktuell dazu: Fundermax übernimmt Papierhersteller Ranheim in Norwegen >>

Ranheim, das zuletzt 180 Mitarbeiter beschäftigte, stand deshalb auf der Einkaufsliste des Faserplattenherstellers mit Sitz im Kärntner St. Veit/Glan, weil Fundermax seit langem von dem Traditionshersteller beliefert wird. "Ranheim produziert eine spezielle Art von Recyclingpapier, die wir nur dort bekommen", erklärte Haberl. Man kenne einander also schon seit langer Zeit, Fundermax als langfristiger Partner sei auch sehr willkommen gewesen. Bisher habe Ranheim einem Private-Equity-Fonds gehört. Der Kauf bedeute auch eine langfristige Absicherung des benötigten Rohstoffs.

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Das spezielle Recyclingpapier wird für die Herstellung von Fassadenplatten benötigt, die aus Papier gemacht werden, das besonders reißfest sein muss und eine ganze Reihe von Eigenschaften aufweist, die andere Papiersorten nicht bieten können. Der Zukauf sei aus eigener Kraft bewältigt worden, über den Kaufpreis spricht Haberl allerdings nicht. In nächster Zukunft sind keine weiteren Akquisitionen geplant: Haberl: "Jetzt gilt es einmal, Ranheim in unser Unternehmen zu integrieren."

Für die nächsten Jahre plane man weiteres Wachstum, so Haberl, der mit dem Geschäftsverlauf der vergangenen Jahre durchaus zufrieden ist. "Von 2009 bis 2018 haben wir unseren Umsatz fast verdoppelt, und auch die Profitabilität hat sich gut entwickelt." Diese Entwicklung passiere aber nicht von selbst, man sei ständig mit Verbesserungen und Optimierungen beschäftigt. Haberl: "2018 haben wir Investitionen im Ausmaß von 80 Millionen Euro gestartet, und da ist der jüngste Zukauf nicht mit eingerechnet." In St. Veit errichte man eine neue Holzbehandlungsanlage, mit der man die verwendeten Rohstoffe noch besser nutzen könne, und in Neudörfl werde eine neue Presse installiert.

Mittelfristig ist vor allem internationales Wachstum im Fokus, mit der Erschließung neuer Märkte wolle man international noch stärker werden, sagte Haberl. Derzeit sei man in mehr als 80 Ländern der Welt am Markt, in Frankreich und in Indien habe man eigene Vertriebsniederlassungen. Beide Standorte entwickelten sich sehr gut, betonte Haberl. In Indien sei man jetzt seit zehn Jahren vertreten, "dort waren unsere Fassadenplatten völlig unbekannt", das Produkt sei aber sehr gut angenommen worden.

Haberl betonte, die Tatsache, dass man sich in Privatbesitz befinde - das Unternehmen ist Teil der Constantia Industries AG - mache manche Dinge leichter. Man könne bei Investitionsentscheidungen langfristiger planen und sei nicht gezwungen, den Börsen alle paar Monate eine Story zu liefern. Natürlich gebe es Erwartungen der Eigentümer bezüglich der Ergebnisse, konkrete Zahlen nannte Haberl aber nicht. Laut Wirtschafts-Compass lag der Jahresumsatz 2017 bei knapp 379 Mio. Euro, der Gewinn vor Steuern wird mit 51,24 Mio. Euro ausgewiesen. (apa/red)

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