Erdgas

Für heimische Gasbranche ist der Bruch bei Türkis-Blau ein Rückschlag

Österreichs Gasbranche braucht milliardenschwere Investitionen, um die nationalen Klimaziele zu erreichen. Der Rücktritt der Koalition aus ÖVP FPÖ ist ein schwerer Rückschlag, weil damit die schon zugesagte Befreiung von der Erdgasabgabe aufgeschoben ist.

Die Gasbranche macht sich für milliardenschwere Investitionen stark, um damit die nationalen Klimaziele zu erreichen. Doch der Rücktritt der ÖVP/FPÖ-Koalition sorgt nun für einen Rückschlag, denn die im Rahmen der geplanten Steuerreform bereits zugesagte Befreiung von der Erdgasabgabe ist nun einmal aufgeschoben.

Dabei hat die Gaswirtschaft große Pläne: Laut einem heute präsentierten Ausbauplan sollen bis zum Jahr 2050 rund 14,5 Mrd. Euro in erneuerbares Gas investiert werden, weitere 14 Mrd. Euro fallen für den Betrieb an. Dafür müssten die Rahmenbedingungen durch die Politik stimmen, so Peter Weinelt, Obmann des Fachverbandes Gas Wärme und stellvertretender Generaldirektor der Wiener Stadtwerke.

Wie hoch die Förderungen für den Gasausbau sein sollen und wie viel dies dann den Haushalten zusätzlich kosten wird, lasse sich derzeit nicht beziffern. Dazu gebe es noch zu viele unbekannte Faktoren. Es sei aber auf jeden Fall zu vermeiden, dass Energiehändler ein bestimmter Prozentsatz erneuerbaren Gases im Energiemix vorgeschrieben werde. Denn dies hat zur Folge, dass wohl ein Großteil des Gases dann aus dem Ausland kommt, so Weinelt.

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Klar sei jedenfalls, dass die Kosten für die Ausbau weit geringer seien als die Strafzahlungen von bis zu sechs Milliarden Euro, die drohen, falls Österreich die internationalen Klimaziele nicht erreicht.

Ist die regionale Versorgung garantiert, dann soll die österreichische Wertschöpfung bei 21 Mrd. Euro liegen und bis zu 10.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Als Vorzeigeprojekt wurde heute eine Kläranlage mit Biogaserzeugung in Straß (Stmk.) präsentiert. Beim Bau seien 104 Vollzeitkräfte beschäftigt gewesen, im Betrieb seien es nun zwei Mitarbeiter.

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Derzeit werden 50 Millionen Normkubikmeter "grünes" Gas in Österreich produziert, bis 2050 sollen es dann zwei Milliarden Kubikmeter sein. "Damit könnte im Jahr 2050 der Gasbedarf für den Raumwärmemarkt gedeckt werden", so Weinelt vor Journalisten.

Gegenüber anderen alternativen Energieträgern habe erneuerbares Gas den Vorteil, dass es im Sommer leicht gespeichert werden könne und dann im Winter zur Verfügung stehe. Außerdem sei ein Ausstieg aus dem Diesel im Schwerverkehr nur mit gasbetriebenen Lkw möglich. (apa/red)

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