Bauindustrie

Fünf Jahre nach Brückeneinsturz in Frohnleiten: Prozess in Graz beginnt

Vor einem Gericht in Graz müssen sich sieben Planer und Projektleiter für den Einsturz einer Brücke in Frohnleiten verantworten - knapp fünf Jahre, nachdem sich dieser Einsturz ereignet hat. Angeklagt sind unter anderen leitende Mitarbeiter von Asfinag und Strabag.

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Sieben Planer und Projektleiter müssen sich ab dieser Woche am Bezirksgericht Graz-West wegen fahrlässiger Gemeingefährdung verantworten: Die Angeklagten sollen 2015 Mitschuld am Einsturz einer in Bau befindlichen Brücke der Brucker Schnellstraße (S35) in Frohnleiten gewesen sein. Zunächst wird vorrangig der Fahrplan für den weiteren Prozessverlauf festgelegt, hieß es seitens des Gerichts.

Leitende Mitarbeiter der Asfinag und Strabag angeklagt

Angeklagt sind nun der Projektleiter der Asfinag, die örtliche Bauaufsicht, zwei Statiker, der Projektleiter der Bau-Arge (Strabag), ein Mitarbeiter der Gerüstfirma und ein Ziviltechniker. Ihnen drohen bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe.

Eckdaten zum Einsturz

Es war am 21. Februar kurz nach 18.00 Uhr als das Gerüst, das die zu bauende Brücke stützen sollte, nachgab und rund 800 Tonnen Beton und Material auf die Gleise der ÖBB-Südbahnstrecke fielen. Nur Sekunden davor war ein Personenzug unter der Brücke durchgefahren und hat möglicherweise durch Vibrationen das laut einem Gutachten zu schwach kalkulierte Gerüst zum Einsturz gebracht. Es soll nur für die Betonierlast dimensioniert, nicht aber für die höhere Belastung nach dem Vorspannen berechnet gewesen sein. Bei einem Pfeiler sei es zur Überbelastung gekommen.

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Die Asfinag hat bereits Konsequenzen aus dem Einsturz gezogen und setzt seither stets zwei Statiker ein, die die Berechnungen kontrollieren. Gerichtssprecherin Ulrike Worm sagte, dass im Akt ein Schaden von rund 5,2 Millionen Euro errechnet wurde. Am Donnerstag soll nicht nur der Prozess gegliedert werden, sondern auch mögliche diversionelle Einigungen zur Sprache kommen. (apa/red)

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