Karriere des Monats

Fronius-CTO Harald Langeder: "Diese Frage stelle ich mir immerfort"

Seit Herbst ist Harald Langeder neuer Fronius-CTO. Was er am neuen Job am meisten schätzt und warum es erfüllend ist, nach dem Optimum zu streben, erklärt er im Interview.

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"Im Antrieb, Dingen auf den Grund zu gehen, liegt meist schon die Lösung": Harald Langeder, 32 Jahre im Unternehmen und seit Herbst neuer Fronius-CTO

INDUSTRIEMAGAZIN: Nach den ersten hundert Tagen im Amt: Was mögen Sie am neuen Job mit Abstand am meisten?

Harald Langeder: In einem Technologie-getriebenen Innovationsunternehmen wie Fronius ist es eine Freude für jeden Techniker, mit wertvollen Produkten und Lösungen die Kunden zu begeistern. Als CTO darf ich die ganze Bandbreite der technologischen Möglichkeiten begleiten und mitgestalten. Die sehr enge und transparente Zusammenarbeit mit allen Unternehmensbereichen schafft beste Voraussetzungen, um „Create Innovation“ wirklich zu leben.

Sie kennen das Unternehmen wie Ihre Westentasche. Was hat Sie zuletzt so richtig überrascht?

Langeder: Fronius ist ein hochdynamisches Unternehmen, wo es keinen Tag ohne Überraschungen und Wendungen gibt. Das macht unsere Arbeit so spannend und abwechslungsreich, erfordert aber auch Offenheit für Neues. Außerdem versuchen wir maximale Transparenz herzustellen und somit Annahmen durch Wissen zu ersetzen.

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Ist Perfektion in der Welt der Technik möglich - oder nur erstrebenswert? 

Langeder: Worin liegt wahre Perfektion? Muss man sich diese Frage nicht immer in Bezug zur Anwendung zu einem bestimmten Zeitpunkt stellen? Perfekt wäre für mich ein System, ein Produkt, eine Lösung, die in jedem Anwendungsfall und zu jedem Zeitpunkt exakt das Optimum erzeugt. Erstrebenswert? Natürlich! In der Welt der Technik möglich? Vielleicht irgendwann … 

Sind Forscher wirklich neugieriger?

Langeder: Forscher sind im Grunde professionelle Bastler, die etwas schaffen wollen, was Menschen begeistert. Natürlich gehört auch eine Portion Neugierde dazu, um Dingen auf den Grund gehen zu können, denn in der Ursachenfindung liegt meist schon die Lösung. Der Schlüssel zur Innovation steckt aber in der Nutzung der kollektiven Intelligenz aller – erst durch das Miteinander entsteht wirklich Neues.

Wo soll Fronius International in fünf Jahren stehen?

Langeder: In den 32 Jahren meiner Firmenzugehörigkeit habe ich die Kernwerte von Fronius erfahren und erleben dürfen: den Menschen in den Mittelpunkt stellen, anderen auf Augenhöhe begegnen, auf ein nachhaltiges und gesundes Wachstum setzen. All diese Werte werden in fünf Jahren immer noch ihre Berechtigung haben. Wenn uns deren Wahrung weiterhin gelingt, wird Fronius auch in Zukunft ein Magnet für begeisterte Profi-Bastler sein, welche durch die gemeinsam erschaffenen Produkte und Lösungen unsere weltweiten Kunden begeistern.

Harald Langeder, 48, 
startete 1988 als Lehrling für Elektromechanik bei Fronius International und maturierte im zweiten Bildungsweg im Fachgebiet Industrielle Elektronik. Die berufliche Laufbahn brachte ihn nach der Lehre über die Entwicklung von Batterieladesystemen in die Schweißtechnik und später in die Projektleitung für Roboter-Schweißsysteme. Im Jahre 2010 übernahm er die Leitung der Entwicklung für Schweißtechnik, bevor ihm 2020 die fachliche Verantwortung für alle Research & Development Bereiche bei Fronius Int. GmbH übertragen und er als CTO in die Geschäftsführung aufgenommen wurde. Harald Langeder ist verheiratet und hat zwei Kinder.