Übernahme

Frauenthal kauft Werke von Mahle: "Einzigartige Chance bei Powertrain"

Der heimische Zulieferer Frauenthal hat die Übernahme des deutschen Unternehmens Mahle Motorkomponenten abgeschlossen. Damit übernehmen die Wiener zwei Traditionsbetriebe in Sachsen und in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Schritt wertet Frauenthal den Bereich Automotive deutlich auf.

Die Frauenthal-Gruppe hat die Ende Jänner angekündigte hundertprozentige Übernahme der deutschen Mahle Motorkomponenten GmbH am 31. März abgeschlossen.

Der Kauf umfasst Werke in Plettenberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie in Roßwein in Sachsen. Die Betriebe zählen insgesamt 640 Mitarbeiter. Der Umsatz im Vorjahr betrug rund 125 Millionen Euro.

Traditionsbetriebe "solide aufgestellt"

Diese Werke entwickeln und produzieren Schmiedeteile für hochbelastete Anwendungen wie Schmiedepleuel, Ausgleichswellen und Verteilerleisten für die Autoindustrie und Nutzfahrzeughersteller.

Mahle sei mit einem Marktanteil von über 30 Prozent in Europa ist das Unternehmen Marktführer und auch in der Technologie führend, wie Frauenthal berichtet.

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Wachstum an beiden Standorten als Ziel

Frauenthal will mit der Übernahme des solide aufgestellten deutschen Unternehmens nach eigenen Angaben "in den technologisch interessanten Bereich Powertrain eintreten", der Kauf von Mahle sei daher eine "einzigartige Chance".

"Wir wollen an beiden Standorten wachsen. Unser Ziel ist es, weitere Kunden zu gewinnen, neue Produkte auch außerhalb des Motors zu entwickeln und in die mechanische Bearbeitung einzusteigen", erklärt dazu Vorstand Martin Sailer.

Dieter Spitzlay, Geschäftsführer bei Frauenthal Powertrain, meint dazu: „Als bedeutender Teil der Frauenthal-Gruppe ergeben sich für beide Standorte neue Möglichkeiten."

Geschäft mit der Autoindustrie wird deutlich wichtiger

Im Freistaat Sachsen war Frauenthal bereits vor dem jetzt vollzogenen Schritt vertreten: In der sächsischen Stadt Elterlein betreibt Frauenthal Automotive einen Produktionsstandort, der nach eigenen Angaben des Unternehmens in den vergangenen Jahren zum "weltweit besten und modernsten Hersteller von Druckluftbehältern ausgebaut" worden sei.

Mit der jüngsten Übernahme wird die Division Frauenthal Automotive den Umsatz auf 300 Millionen Euro steigern. Der Anteil des Pkw-Geschäfts wird auf "deutlich über 40 Prozent" steigen. Der Sektor werde damit weniger abhängig vom volatilen Lkw-Markt, so der Wiener Hersteller.

Eckdaten Frauenthal

Die an der Wiener Börse notierte Frauenthal-Gruppe ist ein Mischkonzern mit den beiden Divisionen Frauenthal Automotive sowie Frauenthal Handel. Frauenthal Automotive ist Entwicklungspartner der europäischen Nutzfahrzeugindustrie und Autoindustrie für Press- und Schweißkomponenten aus Metall (Gnotec), Druckluftbehälter und U-Bolts mit nunmehr elf Standorten in Europa und China.

Die Frauenthal-Gruppe erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 791 Millionen Euro und beschäftigt etwa 3.121 Mitarbeiter.

Eckdaten Mahle: Weltweit in jedem zweiten Fahrzeug

Mahle ist ein Zulieferer der Automobilindustrie. Der Konzern deckt mit seinen Produkten für Verbrennungsmotoren und deren Peripherie bis hin zu Lösungen für elektrifizierte Fahrzeuge alle wichtigen Fragestellungen entlang des Antriebsstrangs und der Klimatechnik ab: von Motorsystemen und -komponenten über die Filtration bis zum Thermomanagement.

Weltweit sind in mindestens jedem zweiten Fahrzeug Produkte von Mahle verbaut. Komponenten und Systeme von Mahle kommen auch fernab der Straße zum Einsatz – ob in stationären Anwendungen, mobilen Arbeitsmaschinen, Schiffen und Flugzeugen oder auf der Schiene.

Der Konzern hat 2015 mit rund 76.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 11,5 Milliarden Euro erwirtschaftet und ist mit über 170 Produktionsstandorten in 34 Ländern vertreten. In 15 großen Entwicklungsstandorten in Deutschland, Großbritannien, Luxemburg, Slowenien, den USA, Brasilien, Japan, China und Indien arbeiten rund 6.000 Entwicklungsingenieure und Techniker an innovativen Lösungen für die Mobilität der Zukunft.

(red)

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