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Frachtdiebstähle kosten die Logistikbranche jährlich mehr als eine Milliarde Euro

Mitgenommen wird, was sich schnell wieder verkaufen lässt. Diebstahlwarnanlagen und mehr Polizeipräsenz sollen Abhilfe schaffen.

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Mit Ortungstechnik, Alarmanlagen und Wegfahrsperren soll die Lkw-Ladung künftig besser geschützt werden. 

Jahr für Jahr werden in Deutschland Güter im Wert von 1,3 Milliarden Euro aus rund 26.000 Lkw gestohlen. "Statistisch gesehen schlagen Kriminelle alle 20 Minuten zu", heißt es dazu in einem heuer erstmals veröffentlichten Branchenbericht. Zustande kam dieser dank umfangreicher Datensammlungen und Berechnungen zahlreiche Wirtschaftsverbände. Gemeinsam mit dem Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) wurden die Zahlen am Donnerstag präsentiert.

Warnanlagen und Wegfahrsperren

Das größte Problem stellen dabei die sogenannten Planenschlitzer dar. Sie werden in der Regel in der Nacht aktiv, wenn der Fahrer in seiner Kabine schläft. Mithilfe von scharfen Messern schneiden sie die Lkw-Planen auf, mitgenommen wird, was sich leicht und schnell weiterverkaufen lässt. Computer, Baumaterial, Werkzeuge, Unterhaltungselektronik und Buntmetall würden die begehrteste Diebesbeute darstellen, aber auch Nahrungsmittel, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Tabak und Kosmetikartikel sowie sogar Spielzeug werden "gerne" gestohlen. 

Eine gemeinsame Initiative der Wirtschaftsverbände soll künftig die Transportlogistik durch neue Standards und Investitionen in Ortungstechnik, Diebstahlwarnanlagen sowie Wegfahrsperren sicherer machen. Außerdem fordern die Verbände mehr Polizeipräsenz, länderübergreifende Strafverfolgung, einheitliche Vorgaben zur Anzeige der Delikte sowie mehr Spezialisierung des Personals, um Ermittlungen zu beschleunigen.

White Paper zum Thema

Spezialplane entwickelt

Andreas Gießler, ein Student aus Bremerhafen, wurde bereits in Sachen Lkw-Einbruchsschutz aktiv. Er entwickelte eine spezielle Sicherheitsplane. Das Alarmsystem beruht auf feinen Drähten, die an der Innenseite angebracht werden. Wird ein Draht durchtrennt, geht der Alarm los. Deutsche Spediteure testen die Innovation derzeit. Der Student hat mittlerweile auch Aufträge aus Österreich – und Dubai. Mit Kosten in Höhe von rund 3.000 Euro kann die Spezialplane durchaus mit den handelsüblichen Planen mithalten. Darüber hinaus schulen zahlreiche Spediteure regelmäßig ihre Fahrer, wie sich diese bei Diebstählen verhalten sollen. Die direkte Konfrontation mit den Tätern sei dabei allerdings zu vermeiden. 

Aber nicht nur Frachtdiebstähle machen der Logistikbranche zu schaffen. Weitere Schäden in Höhe von rund 900 Millionen Euro würden laut BWVL durch Lieferverzögerungen, Reparaturkosten, Umsatzeinbußen und Produktionsausfälle entstehen.

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