Forschung

Forschungsstandort Steiermark: Europaweit vorne, aber es ginge noch besser

Licht und Schatten am Innovationsstandort Steiermark: Eine neue Studie sieht den Standort europaweit vorne, vor allem beim Anteil forschungsintensiver Firmen. Nachholbedarf gibt es etwa beim Breitband-Internet.

Teils vorne, teils Verbesserungspotenzial beim Forschungs- und Innovationsstandort Steiermark - das ist das Ergebnis einer Studie der Joanneum Research im Auftrag von WK und Industriellenvereinigung. Bei den Anteilen der Firmen an F&E-Quote bzw. im Kooperationsbereich liege das Land europaweit mit vorne. Bei Breitband-Internet und Erreichbarkeit sei noch aufzuholen, hieß es in Graz.

"Aufholprozess zu Europas Spitzenregionen abgeschlossen"

IV-Chef Georg Knill sagte bei der Pressekonferenz unter anderem, die steirischen Unternehmen investierten rund 2 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung, sicherten dadurch direkt mehr als 30.000 Arbeitsplätze und lösten damit über 2,2 Mrd. Euro an zusätzlicher Wertschöpfung in Österreich aus. Jeweils die Hälfte dieser Jobs bzw. der Wertschöpfung würden in der Steiermark generiert.

Laut dem Leiter der Studienerstellung, Eric Kirschner, habe die Steiermark in vielen Bereichen den Aufholprozess zu den europäischen Spitzenregionen abgeschlossen. Bei der jeweiligen F&E-Quote der Regionen steuern die steirischen Firmen mit 74,7 Prozent am meisten bei. Damit liege man mit den innovativsten NUTS-2-Regionen wie Stuttgart oder Braunschweig "auf Augenhöhe".

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Auch bei den Kooperationen der Firmen untereinander, in Clustern, mit Netzwerken und Forschungseinrichtungen läge die Steiermark vorne - drei von vier seien hier engagiert. Im Bereich lebensbegleitendes Lernen nutzen 13 Prozent der Beschäftigten betriebliche und überbetriebliche Weiterbildungsangebote. Damit liege man deutlich über dem europäischen Durchschnitt von rund 10 Prozent.

Verbesserungspotenzial beim zu Breitbandinternet

Großes Verbesserungspotenzial gebe es beim Zugang zu Breitbandinternet - "das betrifft aber ganz Österreich", so Studienautor Kirschner - sowie in der verkehrstechnischen Erreichbarkeit und im Anteil der Wissenschafter und Ingenieure an der Zahl der Berufstätigen. In der Grünen Mark haben diese rund 5,8 Prozent Anteil. In der europäischen Spitzenregion Östra Mellansverige (Ostmittelschweden) um Stockholm, die Universitätsstadt Uppsala und die Industriestädte Nyköping und Norrköping beträgt der Anteil 10,3 Prozent.

Luft nach oben finde sich auch im Anteil der Personen mit wissenschaftlich-technischer Berufstätigkeit bei den Erwerbstätigen. Im Österreich-Vergleich rangiert die Steiermark hier mit 25,9 Prozent sehr gut. Im Europa-Vergleich führen aber die NUTS 2-Regionen Köln oder Darmstadt mit über 32 Prozent.

Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) sagte dazu, dass man bei den wissenschaftlich-technischen Berufen "noch ordentlich einen Zahn zulegen" müsse, um junge Menschen frühzeitig dafür zu begeistern. Auch Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk sah hier noch Aufholbedarf, ebenso wie im Breitbandbereich. Die Landesrätin kündigte für den Herbst die Präsentation eines gemeinsamen Aktionsplans mit LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) an.

Die F&E-intensivsten Bereiche in der Steiermark sind übrigens mit 37,1 Prozent der Fahrzeugbau, die Elektronik (27,4 Prozent) und die Elektrotechnik (26,7 Prozent) beim Anteil an der Bruttowertschöpfung. Danach kommen der Maschinenbau mit 14 Prozent und die Kunststofftechnik mit 10,9 Prozent.  (apa/red)

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