F&E

Forschungsförderung: "Weg von der Gießkanne"

Weniger als ein Viertel der Forschungsförderung wird im Wettbewerb vergeben, rechnet die FFG vor. Und mahnt ein, die Fehlentwicklung zu stoppen.

FFG IHS Henrietta Egerth Martin Kocher Forschung Förderungen

„Weg von Basissubventionen, die undefiniert und undifferenziert sind, hin zu wettbewerblichen und qualitativ hochwertigen Förderungen“, fordert FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. Unterstützt wird sie dabei von Martin Kocher, Direktor des Instituts für Höhere Studien. Nicht nur in der Grundlagenforschung und im angewandten Forschungsbereich, sondern auch innerhalb des Universitätsbereichs – mit 44 Prozent der größte Anteil an den Ausgaben des Bundes für F&E – könne man diesen Faktor ausbauen. Die Forschungsausgaben allgemein müssten auch weiter steigen, „es ist noch nicht genug, um zu den Innovations-Leadern vorzustoßen“, so Kocher.

FFG-Anteil an den Forschungsausgaben des Bundes sinkt

Vergangene Jahre zeigen aber, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Der Anteil der FFG gemessen an den Forschungsausgaben des Bundes sank seit 2008 von 18 Prozent auf 13 Prozent. „Ein Problem“, meint Geschäftsführer Klaus Pseiner und appelliert an die Bundesregierung, „die Bedeutung der FFG an den Ausgaben des Bundes sichtbarer zu gestalten.“ Auch wenn die FFG für heuer noch kein Budget hat, „schaut es für das laufende Jahr nicht schlecht aus“, sagt Pseiner, allerdings gebe es angesichts einer neuen Ausschreibung für das Kompetenzzentrenprogramm COMET einen Einmaleffekt. Mittelfristig hofft man in der FFG auf einen „neuen Aufwärtstrend“. Im abgelaufenen Jahr wurden von der FFG 3.775 Projekte bewilligt, an denen 3.477 unterschiedliche Organisationen beteiligt sind. Für Forschungs- und Innovationsprojekte wurden 562 Mio. Euro an Förderungen neu bewilligt – 40 Millionen mehr als 2016.

Digitalisierung spielt wichtige Rolle

Rund 23 Prozent des Gesamtvolumens – 130 Millionen Euro – wurden für Produktionstechnologien genehmigt. Auf Platz zwei finden sich die Informations- und Kommunikationstechnologien mit 118 Millionen Euro (21 Prozent), dahinter folgen mit 84 Millionen Euro die Themen Energie und Umwelt (15 Prozent), Mobilität und Life Sciences. Von 2015 bis 2017 stieg der Anteil jener Projekte, in denen Digitalisierung eine wichtige Rolle spielt, um rund 20 Prozent auf 57 Prozent. Das Thema Digitalisierung ziehe sich dabei durch alle Bereiche und habe eine „dominante Rolle“, sagt Egerth. Jeder zweite Förder-Euro werde in Digitalisierungsprojekte investiert. Darüber hinaus gehen 66 Prozent der FFG-Förderung in Projekte, in denen Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen mit Unternehmen kooperieren. „Damit ermöglichen wir den Strukturwandel“, sagte Pseiner unter Hinweis darauf, dass ein Drittel der Unternehmen dabei in neuen Feldern aktiv werde und jährlich rund 200 neue Produkte auf den Markt kommen, die direkt auf FFG-Projekten basieren.

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