Autoindustrie

Ford: Harte Kritik des Kölner Betriebsrats am Management

Betriebsrat von Ford in Europa rechnet mit der Konzernspitze ab. Es gebe zwar schwere strukturelle Defizite - und das oberste Management solle lieber beim Einkauf sparen, statt Stellen zu streichen.

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Der Betriebsratschef des Autobauers Ford in Europa rechnet angesichts der angekündigten Stellenstreichungen hart mit der Konzernführung ab. "Es wird immer erst reagiert, wenn Ford das Wasser schon bis zum Hals steht", sagte Martin Hennig dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Es gebe zwar schwere strukturelle Defizite im Unternehmen - das Management solle aber lieber nach Einsparmöglichkeiten außerhalb des Konzerns suchen.

So müsse der Autobauer für seine Teile in Europa mehr bezahlen als in den USA. "Das ist nicht nachvollziehbar und unfair", sagte Hennig der Zeitung. Darüber hinaus seien zahlreiche Bereiche an externe Firmen ausgelagert worden. "Ob das aber langfristig günstiger war, wurde nicht weiter verfolgt", kritisierte er.

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Der US-Autobauer hatte vor knapp zwei Wochen mitgeteilt, dass er tausende Stellen bei seiner europäischen Tochter streichen will. Zudem will er die Modellpalette umbauen und sich aus schwächeren Märkten zurückziehen. Dazu: Ford: Massive Stellenstreichung in Europa, große Pläne mit VW >>

Die letzten beiden Schritte begrüßte Betriebsratschef Hennig. So habe der Autobauer Modelltrends verschlafen. Und beispielsweise in Deutschland könne Ford mehr Autos verkaufen und auch mehr pro Auto verdienen als in Südeuropa.

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Hennig schloss nicht aus, dass es durch das Sanierungsprogramm auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen könnte. Zwar gebe es eine Standortsicherungsvereinbarung bis 2022 und bis jetzt habe die Firma betont, dass sie sich daran halte - "aber solcher Vereinbarungen sind nicht in Stein gemeißelt".

Ford beschäftigt in Deutschland mehr als 24.000 Menschen. In ganz Europa sind es rund 53.000. Seinen Sitz hat Ford Europe in Köln - allein dort arbeiten 18.000 Beschäftigte. Der Marktanteil des US-Konzerns sinkt in Europa seit Jahren: von rund elf Prozent im Jahr 2006 auf 6,4 Prozent 2018. (afp/apa/red)

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