Maschinenbau

Flugzeuge bleiben immer länger in der Luft - gut für MTU

Das Geschäft mit Ersatzteilen für Flugzeuge beflügelt den Triebwerksbauer MTU. Das liege auch daran, dass sich die Auslieferung vieler neuer Maschinen verzögere, so Vorstandschef Reiner Winkler.

Der deutsche Triebwerksbauer MTU Aero Engines profitiert davon, dass Flugzeuge immer länger in der Luft bleiben. Das Geschäft mit Wartung und mit Ersatzteilen floriere, weil ältere Maschinen wie der Airbus A330 sowie die Boeing 757 und 767 "intensiver genutzt" würden als geplant, sagte Vorstandschef Reiner Winkler in München.

Das liege auch daran, dass sich die Auslieferung vieler neuer Maschinen verzögere. Das habe die geringeren Zuwächse im Neugeschäft wettgemacht. Vor allem deshalb hob MTU die Gewinnprognosen für heuer zum zweiten Mal an: Erwartet wird nun ein Gewinn von 420 (2016: 345) Mio. Euro. Das wären 30 Millionen mehr als bisher geplant und gut ein Fünftel mehr als im Vorjahr.

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Nach neun Monaten lag das Nettoergebnis bei 297,3 Mio. Euro, um 23 Prozent über dem Vorjahr. Die Aussichten beflügelten auch die MTU-Aktie. Sie sprang im MDax um mehr als fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 145,95 Euro.

Der Umsatz werde mit 5,1 (4,7) Mrd. Euro wegen des starken Dollar aber um rund 200 Mio. Euro niedriger ausfallen als bisher geplant, sagte Winkler. Auf das Ergebnis soll sich das aber nicht auswirken. Der Konzern sei zu 90 Prozent gegen Währungsschwankungen abgesichert. In der Flugzeugbranche wird traditionell in Dollar abgerechnet. Auch mögliche Verzögerungen bei der Auslieferung des neuen GTF-Triebwerks von Pratt & Whitney habe MTU bereits in den Planungen berücksichtigt. Die Münchener sind an dem Programm beteiligt.

Die Antriebe kommen auch im neuen Mittelstreckenflugzeug-Programm "CSeries" des angeschlagenen kanadischen Flugzeugbauers Bombardier zum Einsatz. Den Einstieg von Airbus in die "CSeries" wertet Winkler "grundsätzlich positiv, weil das das Programm stützt".

Der Auftragsbestand lag Ende September mit 12,1 (Ende 2016: 14,2) Mrd. Euro allerdings um mehr als zwei Milliarden unter dem Wert vom Jahresbeginn. Winkler sagte, es habe in diesem Jahr relativ wenige Ausschreibungen gegeben. "Nervös macht uns das nicht. Wir haben einen Auftragsbestand von 8.000 Triebwerken." (reuters/apa/red)

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