Deutschland

Flüchtlinge treiben Zahl der Arbeitslosen nach oben

Experten bewerten die Integration von Menschen, die jüngst ins Land gekommen sind, als sehr schwierig. Neben fehlenden Sprachkenntnissen hat nur ein sehr geringer Teil der Einwanderer eine abgeschlossene Ausbildung.

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In Deutschland taucht in der Arbeitslosenstatistik tauchen immer mehr Menschen aus Kriegs- und Krisenländern auf: Im Februar 2016 waren es 110.228 - nach 65.213 im Februar 2015, wie aus dem "Zuwanderungsmonitor" des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) für den Monat Februar hervorgeht.

Nach Einschätzung des IAB werden sich die Flüchtlinge nur "schrittweise" in den Arbeitsmarkt integrieren. Grund seien rechtliche und institutionelle Hürden. Dazu kommen Schwierigkeiten, die nicht schnell gelöst werden können: So hat der geringste Teil der Einwanderer die notwendigen Sprachkenntnisse. Der Anteil jener Einwanderer, die eine abgeschlossener Berufsausbildung vorweisen können, ist nach Erkenntnissen des IAB sehr gering.

Entsprechend haben rund 21.600 neue Einwanderer und Geduldete 2015 von der deutschen Bundesagentur für Arbeit grünes Licht für die Aufnahme einer Arbeit bekommen. Eine Beschäftigungserlaubnis erhielten unter anderem rund 2.100 Menschen aus Syrien, 2.000 aus Eritrea, 4.500 aus Afghanistan, 2.600 aus Nigeria und 7.000 aus Pakistan. 2014 wurden demnach rund 8.200 entsprechende Arbeitsgenehmigungen erteilt, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht.

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Firmenchefs wollen Bevorzugung von Europäern streichen lassen

Die Bundesagentur für Arbeit muss erst im Rahmen einer Vorrangprüfung klären, ob es für eine offene Stelle einen passenden Bewerber aus Deutschland oder anderen EU-Staaten gibt. Erst wenn dies nicht der Fall ist, kann der Job an einen Flüchtling vergeben werden. Vor allem Arbeitgeber fordern derzeit, die Vorrangprüfung zu streichen, um Flüchtlinge schneller in Arbeit zu bringen.

Wie schnell dies geschehe, hänge nicht nur von der Länge der Asylverfahren und der Sprachförderung ab, sondern auch von der Arbeitsvermittlung und der Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft.

Um Unternehmen die Integration von Flüchtlingen zu erleichtern, gründete sich diese Woche ein Netzwerk aus mehr als 250 Unternehmen. Das Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge" will durch Informationen, praktische Beispiele und den Austausch von Erfahrungen offene Fragen klären.

Deutschlands Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und der Vorsitzende des Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, luden dafür Vertreter von Unternehmen, die sich bereits aktiv an der Integration von Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt beteiligen, zu einem Runden Tisch nach Berlin. (AFP/APA/red)

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