Serie Lieferkette optimieren

Flexible Fertigung: ... und jetzt im Rhythmus!

Vollgetaktete Linien, intelligente Auftragspuffer: Mit völlig neuartigen Fertigungskonzepten reagieren Betriebe wie Trumpf, Wild oder Kostwein auf den steigenden Lieferdruck. Die kreativsten Ansätze für mehr Flexibilität. Von Daniel Pohselt

Hans Kostwein liebt den rationalen Standpunkt. Kurzfristige Marktschwankungen von bis zu 20 Prozent? Dazu extremer Lieferdruck mit kurzfristigen Änderungswünschen des Kunden? Darauf regiert der Chef des Maschinenbauers Kostwein mit überraschenden Prämissen. „Eine Riesenchance, uns durch Flexibilität noch stärker von Mitbewerbern zu unterscheiden“, sagt er.

Das sind nicht nur leere Worte. Die Produktion der Kärntner – auf Verpackungs-, Textil- und Werkzeugmaschinenfertigung spezialisiert – ringt Besuchern Respekt ab. Gleich fünf verschiedene Maschinentypen laufen in Klagenfurt über eine Montagelinie mit neun Stationen. Alle 2,7 Stunden erfolgt der nächste Takt. Mit einer Lagerumschlaghäufigkeit von 18 liegt die Flexibilität in einem Bereich, von dem andere nur träumen können. Zwischenläger zur Auftragspufferung sind nur als letzter Ausweg vorgesehen. Spitzen im Auftragswesen glättet der Betrieb lieber „durch höchst flexible Prozesse“, so Kostwein.
 
Steigender Lieferdruck

Lieferdruck, die Explosion bei Produktvarianten, dazu eine Volatilität, die nicht nur von den Rohstoffmärkten kommt: Der Druck auf Produktionsbetriebe steigt. Auch, weil sie die Prozesse immer mehr auf die Bedürfnisse des Kunden zuschneiden müssen. Betriebe sollten deshalb „klare Servicelevels und gezielte Entkopplungspunkte“ definieren, meint Franz Staberhofer, Leiter Logistikum der FH Steyr und Obmann des Vereins Netzwerk Logistik (VNL). Alle Beteiligten der Lieferkette – von der Beschaffung bis hin zu Produktion, Vertrieb und Finanz – seien „in einen gemeinsamen Zielkorridor“ zu bringen. Dabei wesentlich: Die Abstimmung auf die eigene Unternehmenskultur. „Nicht nur mit schönen Worten oder Folien, sondern im realen Projekt“, so Staberhofer. Dass das möglich ist, beweisen Betriebe wie Wild oder Trumpf Maschinen Austria. Besonders die Arbeit an vollgetakteten Linien und intelligenten Auftragspuffern treiben sie voran. Die Highlights.

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