Industrielle Forschung

Firmen sollen sich für Innovationen aufschließen

Um konkurrenzfähig zu bleiben, sollten mehr heimische Unternehmen im grundlagennahen Bereich Forschung betreiben. Dazu müsse man viele Firmen aber erst ermutigen, erklärte der Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) Reinhart Kögerle.

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In Zeiten der Krise und des wachsenden Globalisierungsdrucks auf Unternehmen sei klar, dass Forschung nicht immer deren erste Sorge ist, so Kögerler. Langfristig müssten sich Firmen aber "für grundlegende Innovationen aufschließen". Früher habe in der Wirtschaft oft der Gedanke geherrscht, dass man fehlendes Wissen einfach aus dem Ausland zukaufen könne, mittlerweile sei sehr vielen klar, dass es "eigene Forschungsprozesse" brauche, um im internationalen Wettbewerb zu reüssieren, so der Chef der CDG, die bis 1995 Teil des ÖIAG-Konzerns war.

Mit den Christian Doppler (CD)-Labors habe man es geschafft, einige Brücken zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaft zu bauen, obwohl die beiden Bereiche nach anderen Prinzipien funktionieren. Im Mittelpunkt der Arbeit der Labors stehen konkrete Forschungsfragen der beteiligten Firmen, also "anwendungsorientierte Grundlagenforschung", wie es in den Vorgaben der CDG heißt. Einer Gründung gehen meistens langjährige Kooperationen zwischen Unis und Unternehmen voraus, wie der Innovationschef der Firma Plansee und CDG-Vizepräsident Lorenz Sigl erklärte.

Forschung und Industrie

Bisher wurden 164 CD-Labors eingerichtet, in denen universitäre oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit Industriepartnern zusammen arbeiten - darunter viele "österreichische Paradeunternehmen", so Kögerler. Insgesamt flossen seit Beginn des Programms etwa 300 Mio. Euro in die Einrichtungen. Davon kamen etwa 100 Mio. vom größten öffentlicher Fördergeber, dem Wirtschaftsministerium, weitere 50 Mio. aus dem Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung und der Rest von Firmenpartnern aus dem In- und Ausland. Weitere 160 Millionen konnten die Labors zusätzlich auf eigene Faust einwerben.

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CD-Labors können maximal sieben Jahre bestehen bleiben. Ihr Pendant an Fachhochschulen, die Josef Ressel (JR)-Zentren, wurden bisher sieben Mal eingerichtet. Sie können höchstens fünf Jahre laufen. 30 Prozent ihrer Zeit können die Forscher der Beantwortung von Fragen widmen, die nicht unmittelbar mit denen der meistens zwei bis drei Industriepartner zusammenhängen.

Mit dem Sonderprogramm "Partnership in Research" sollen nun Forscher zu Projekten ermutigt werden, die in der Folge zu neuen Partnerschaften mit der Wirtschaft und zu neuen CD-Labors oder JR-Zentren führen. Die CDG wird das ab Ende Oktober ausgeschriebene, einmalig mit einer Million Euro dotierte Programm über den Wissenschaftsfonds FWF abwickeln. Es sollen nämlich Wissenschafter angesprochen werden, die bisher in Projekten tätig waren, die vom für Grundlagenforschung zuständigen FWF gefördert wurden. Langfristig gelte es, "auch das vorhandene Potenzial in der Grundlagenforschung zu heben", so Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner in einem Statement. Pro Vorhaben werden zwischen 100.000 und 250.000 zur Verfügung gestellt. (apa)

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