Elektroindustrie

Finanzmarktaufsicht soll gegen AMS-Führung ermitteln - Konzern dementiert

Medienberichten zufolge hat die österreichische Finanzmarktaufsicht Ermittlungen gegen das oberste Management von AMS aufgenommen. Vom steirischen Sensorhersteller kommt ein entschiedenes Dementi: Man habe "keine Kenntnis einer Untersuchung oder Anfrage seitens einer Behörde".

Der steirische Chip- und Sensorenhersteller AMS hat Medienberichte, wonach Ermittlungen gegen die Unternehmensspitze laufen würden, dementiert. AMS habe "keine Kenntnis einer Untersuchung oder Anfrage seitens einer Aufsichtsbehörde oder vergleichbaren Behörden bezüglich Beschäftigten, Mitgliedern des Vorstands oder Aufsichtsrats, der Gesellschaft oder ihrer Tochtergesellschaften".

Keine direkte Bestätigung von der Finanzmarktaufsicht

Das deutsche "Handelsblatt" hatte berichtet, die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) ermittle gegen die AMS-Führung wegen angeblich zweifelhafter Aktiengeschäfte bei der laufenden Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram. Ein Sprecher der FMA bestätigte am Freitag erneut auf APA-Anfrage: "Wir gehen grundsätzlich jedem Hinweis auf einen Gesetzesverstoß nach und ermitteln den Sachverhalt." Zum Verfahren selbst wollte der FMA-Sprecher mit Verweis auf die Amtsverschwiegenheit aber keine Stellungnahme abgeben.

Dass AMS von den Ermittlungen nichts weiß, kann daran liegen, dass es immer ein Vorverfahren gibt, wo geprüft wird, ob ein Verdacht ausreichend begründet ist, um ein behördliches Verfahren zu eröffnen.

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Seit Herbst 2019 ermittelt laut "Handelsblatt" auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen angeblicher Insidergeschäfte gegen die Führungsspitze des Sensorikkonzerns. Gegen welche Führungskräfte von AMS ermittelt werde, wollte ein Sprecher der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft der Zeitung nicht sagen. Auch wollte er sich nicht zu der Frage äußern, bis wann die Ermittlungen abgeschlossen sein könnten.

Nach dem Bericht stürzte die AMS-Aktie um 16 Prozent ab. Das österreichische Unternehmen, das an der Schweizer Börse notiert ist, steht vor der Megaübernahme des deutschen Traditionskonzerns Osram. Bis 6. Juli wollen die EU-Wettbewerbshüter über die Übernahme entscheiden.

Zu dieser Übernahme:
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AMS: Medienberichte beziehen sich auf "Unterstellungen aus der Vergangenheit"

Laut AMS nehmen die Medienberichte "Bezug auf Unterstellungen aus der Vergangenheit, die von Medien 2019 gemacht" worden seien. "Bereits zum damaligen Zeitpunkt hat AMS klar festgehalten, dass AMS keine Kenntnis irgendeiner Untersuchung durch Aufsichtsbehörden gegen Beschäftigte oder ein Mitglied des Vorstands oder Aufsichtsrats von AMS hat", so das Unternehmen am Freitag in seiner Stellungnahme.

AMS habe Richtlinien und Abläufe festgelegt, die Mitarbeiter-, Management- sowie andere Handelstransaktionen regeln würden. Diese würden regelmäßig überprüft und die Einhaltung aktiv überwacht. (apa/red)

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