Aktienhandel

Finanzmarkt: 158 Hinweise zu Fehlverhalten in Österreich

Im Vorjahr bekam die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde zahlreiche Hinweise zu möglichem Fehlverhalten am heimischen Finanzmarkt. 54 Fälle führten zu konkreten Maßnahmen. Das System zum "Whistleblowing" sei eine wichtige Informationsquelle, so der Vorstand der FMA.

Im Jahr 2017 erhielt die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA über ihr „Whistleblowingsystem“ 208 Hinweise über vermutetes Fehlverhalten auf den Finanzmärkten, wovon 158 tatsächlich ihren eigenen Aufsichtsbereich betrafen.

Starker Anstieg

Verglichen mit 2016 nahm damit die Zahl der Hinweise um 17,5 Prozent zu, gegenüber 2015 ergab das ein Plus von 48,6 Prozent. 33 Hinweise hatten keinerlei aufsichtliche Relevanz, die restlichen 17 wurden an die zuständige Behörde weitergeleitet.

Acht Verwaltungsstrafverfahren

Diese anonymen Hinweise aus dem Markt sowie den beaufsichtigten Unternehmen haben in 54 Fällen zu aufsichtsrechtlichen Maßnehmen wie Vor-Ort-Prüfungen, behördlichen Einschauen oder Fit&Proper-Tests geführt. Es wurden in der Folge acht Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet und Strafen in Höhe von zusammen 154.000 Euro verhängt.

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Unerlaubte Geschäfte, Fehlverhalten von Banken,  Geldwäsche

Weiters lösten die Hinweise acht Investorenwarnungen aus und es waren 19 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. 48,1 Prozent der FMA-relevanten Eingaben betrafen unerlaubten Geschäftsbetrieb, 17,7 Prozent Fehlverhalten bei Banken, 20 Prozent den Bereich Wertpapieraufsicht, 5,7 Prozent Geldwäsche, 4,4 Prozent Versicherungen und Pensionskassen, 2,5 Prozent die Rechnungslegung, der Rest verteilt sich auf diverse andere Aufsichtsfelder.

FMA: "Eine wichtigen Informationsquelle"

„Unser Whistleblower-System hat sich zu einer wichtigen Informations- und Erkenntnisquelle der Aufsicht entwickelt“, unterstreicht der Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller: „Es ist via Website www.fma.gv.at rund um die Uhr, jeden Tag und weltweit erreichbar. Es garantiert dem Hinweisgeber völlige Anonymität, ermöglicht aber gleichzeitig über ein elektronisches Postfach auch eine anonymisierte Kommunikation. Weder uns noch den Strafrechtsbehörden ist es technisch möglich, die Identität eines Hinweisgebers auszuforschen. Jeder kann so anonym auf Missstände oder Fehlverhalten hinweisen, ohne Gefahr zu laufen, persönlich Nachteile zu erleiden.“

(red)