Zulieferindustrie

Finanzielle Situation von Takata verschärft sich dramatisch

Der japanische Airbaghersteller Takata bereitet offenbar einen Insolvenzantrag vor. Wegen eines Skandals um defekte Airbags stand bei Takata zuletzt ein Minus von umgerechnet 640 Millionen Euro in den Büchern.

Der angeschlagene japanische Automobilzulieferer Takata steht nach übereinstimmenden Medienberichten wegen der Folgen eines gewaltigen Rückrufdesasters kurz vor dem Aus.

Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" und die Agentur Kyodo unter Berufung auf informierte Quellen berichteten, könnte Takata möglicherweise noch Ende dieses Monats vor Gericht Insolvenz beantragen. Der Konzern war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Mögliche größte Pleite eines japanischen Industriekonzerns

Angesichts gewaltiger Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer Billion Yen (8,1 Mrd. Euro) wäre dies die größte Pleite eines Produktionsunternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte.

Das Unternehmen hatte den dritten Jahresverlust in Folge eingefahren. Umgerechnet stand in dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr ein Minus von umgerechnet 640 Millionen Euro in den Büchern. Takata sucht einen Investor, um an Geld zu kommen. Der US-Autoteileproduzent Key Safety Systems und der Beteiligungsfonds Bain Capital versuchen zurzeit, mit Takata und seinen Kunden ein 1,6 Milliarden Euro schweres Rettungspaket zu schnüren.

Hersteller beschert der Autoindustrie seit Jahren Probleme

Defekte Airbags von Takata machen der Automobilindustrie schon seit Jahren zu schaffen. Bei langer Einwirkung von Hitze und Luftfeuchtigkeit kann der Airbag bei einem Unfall zu stark auslösen.

Die Mängel haben allein in den USA zum Rückruf von fast 70 Millionen Airbags geführt und werden für den Tod von mindestens 16 Menschen verantwortlich gemacht. Wegen der hohen Rückrufkosten schreibt Takata seit nunmehr drei Geschäftsjahren in Folge tiefrote Zahlen. (dpa/reuters/apa/red)

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