Coronakrise

EZB-Umfrage: Betriebe erwarten höhere Schlagkraft durch Corona

Die Coronakrise wird die Effizienz erhöhen und für einen Produktivitätsschub sorgen, so das durchaus überraschende Ergebnis einer Umfrage der EZB bei Unternehmen der Eurozone. Über 75 Prozent der Firmen sagen, das neue Wissen aus der Krise werde sie widerstandsfähiger machen.

Viele Unternehmen aus dem Euroraum erwarten laut einer Umfrage der EZB, durch stärkere Nutzung digitaler Technologien und Home-Office-Möglichkeiten schlagkräftiger aus der Virus-Krise hervorzugehen. Mehr als 75 Prozent der Firmen stimmten der Aussage zu, durch das während der Pandemie gewonnene Wissen effizienter und durch die Veränderungen widerstandsfähiger zu werden, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) mit.

Fast 40 Prozent der Firmen zählten eine beschleunigte Digitalisierung zu den erwarteten langfristigen Folgen. Zudem rechneten über 40 Prozent damit, dass auch künftig mehr Beschäftigte von zu Hause aus arbeiten werden.

Mehrheit der Befragten aus der Industrie

Die Euro-Notenbank befragte 72 führende Unternehmen aus dem Währungsraum dazu, welche langfristigen Folgen die Virus-Krise voraussichtlich für ihre Geschäfte haben wird. 60 Prozent davon waren Firmen aus dem Industriesektor, Dienstleister machten 40 Prozent aus.

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Rund ein Fünftel der befragten Unternehmen geht laut der Erhebung davon aus, dass es wie während der Pandemie auch künftig weniger Geschäftsreisen geben wird und virtuelle Treffen zunehmen werden. Zwar würden weniger informelle und persönliche Kontakte aufgrund der verstärkten Home-Office-Nutzung als Nachteil angesehen. Dem stünden aber Vorteile gegenüber wie geringere Zeitverluste durch Anreisewege oder eine bessere Erreichbarkeit der Beschäftigten.

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Sorgen bereiten den Unternehmen der Umfrage zufolge mögliche Auswirkungen der Virus-Krise auf die Nachfrage. So nannten fast 30 Prozent eine geringere Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen als langfristige Folge der Pandemie. Dahinter steht laut EZB voraussichtlich die Einschätzung, dass manche pandemiebedingten Änderungen der Lebensgewohnheiten und Arbeitsverhältnisse wie etwa gestiegene Online-Einkäufe und eine geringere Reisetätigkeit womöglich beibehalten werden. (reuters/apa/red)

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