Großprojekte

EVN wartet auf einen Großauftrag aus Kuwait - als Bestbieter

Der niederösterreichische Energieversorger ist Bestbieter im Rennen um ein Milliardenprojekt in Kuwait - allerdings muss sich die EVN weiter gedulden, denn der Zuschlag ist noch nicht erfolgt. Der Auftrag zum Bau einer Kläranlage und eines Kanalnetzes hat ein Volumen von über 1,5 Milliarden Euro.

Der börsennotierte Versorger EVN ist auch im Umweltbereich - konkret im Abwasserbereich - tätig und hofft hier im Rahmen eines Konsortiums auf den Zuschlag für einen Großauftrag in Kuwait. Der Konzern hat dort laut eigenen Angaben das beste Angebot für ein Abwasseraufbereitungsprojekt in Umm Al Hayman gelegt.

Es geht um eine Kläranlage und ein Kanalnetz mit Pumpstation. Der Auftragswert würde 1,55 Mrd. Euro ausmachen - 600 Mio. Euro für die Kläranlage, 950 Mio. Euro für Kanalnetz und Pumpstation. Mit der Vergabe wird noch heuer gerechnet.

Ein Konsortium mit einem kuwaitischen Finanzinvestor

Das Konsortium, mit dem die Niederösterreicher diesen Auftrag am Persischen Golf erringen wollen, besteht zur Hälfte aus der deutschen EVN-Tochter WTE Wassertechnik und einem kuwaitischen Finanzinvestor, teilte die EVN weiters mit. Kommt es tatsächlich zum Zuschlag, wäre die WTE Generalunternehmer für die Planung und den Bau des Projekts. Nach rund vier Jahren Bauzeit würde die WTE zum Betreiber der Kläranlage.

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Die neue Anlage soll eine bestehende kleinere ersetzen, sagte ein EVN-Sprecher auf Anfrage. Das geklärte Wasser ist für die Bewässerung in der Landwirtschaft vorgesehen. Das Unternehmen hat dem Sprecher zufolge ähnliche Großprojekte in Zagreb, Warschau, Istanbul bereits abgewickelt und derzeit eines in Prag laufen.

Finanzierung des Projekts aus Kuwait

Die Finanzierung der Kläranalage soll bei Zuschlag über eine Projektgesellschaft erfolgen, die mehrheitlich in staatlich kuwaitischer Hand, bzw. staatlicher Institutionen stehen würde. Die WTE würde dort einen mittelbaren Anteil von 20 Prozent übernehmen. Dafür ist auf Basis der geplanten Projektfinanzierung ein WTE-Eigenkapitalanteil von 25 Mio. Euro vorgesehen. Dazu kämen Sicherheiten für die finanzierenden Banken "in üblicher Höhe".

Das Kanalnetz soll vollumfänglich vom Auftraggeber finanziert werden und bei der EVN AG keine Verpflichtungen in der Finanzierung auslösen. (APA/red)