Erneuerbare Energie

EVN-Chef: Umstieg auf Erneuerbare wird Strom verteuern

Peter Layr erwartet aber, dass sich die Investition langfristig rechnen werde. Datenschutzbedenken gegen Smart Meter kann er nachvollziehen.

Der Umstieg auf Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Wasserkraft wird Strom in Österreich teurer machen, sagte der Chef des niederösterreichischen Energieversorgers EVN, Peter Layr, am Wochenende im ORF-Radio. Langfristig werde sich diese Investition aber rechnen. Den Vorwurf der Regulierungsbehörde E-Control, wonach der aktuelle Strompreis hierzulande um 10 Prozent zu hoch sei, weist Layr zurück und meint: "Strom war immer schon zu teuer. Das hören wir seit 20 Jahren."

"Kostenniveau im Endeffekt niedriger" Der niederösterreichische Energieversorger will seine Windkraftanlagen in den kommenden fünf Jahren verdreifachen. 800 Millionen Euro sollen in den Ausbau von erneuerbaren Quellen investiert werden. Billiger werde Strom dadurch nicht, denn die Förderung von Ökostrom koste, so Layr. "Diese Förderungen nehmen durch die Technologiereife, so rechnen wir, mit der Zeit ab. Und so ist der Übergangszeitraum mit höheren Kosten verbunden, aber dann sind wir im Endeffekt auf einem niedrigeren Kostenniveau als wir vorher waren." Lücken im Datenschutz

Verständnis hat der EVN-Chef für die Datenschutzbedenken gegen die digitalen Zählgeräte, sogenannte "Smart Meter". Sie sollen bald flächendeckend eingeführt werden. "Es gibt Lücken beim persönlichen Datenschutz des Kunden. Und hier sind noch viele Aufgaben zu leisten", räumte er ein. Als Beispiel nannte er die Intervalle, in denen der Stromverbrauch abgelesen wird. "Man könnte das Messintervall so klein machen, dass natürlich die Lebensgewohnheiten des Kunden nachvollziehbar sind. Da kann man nachvollziehen, wenn Sie in der Früh aufstehen, wann haben Sie geduscht, wann haben Sie gekocht et cetera." Vorbild könnten skandinavische Länder sein, die den Stromverbrauch nicht minuten-, sondern stunden- oder tageweise ablesen. (APA)

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