Stahlindustrie

Europa verhängt neue Strafzölle auf Billigstahl

Die EU verhängt neue Strafzölle auf Importe bestimmter warmgewalzter Stähle, die zu Dumpingpreisen importiert werden. Die Maßnahme trifft diesmal Produkte aus Brasilien, Russland, der Ukraine und dem Iran. Zahlen müssen die in Europa tätigen Importeure.

Zur Abwehr von Billigimporten aus Brasilien, Russland, der Ukraine und dem Iran hat die EU weitere Strafzölle verhängt. Auf bestimmte warmgewalzte Eisen- und Stahlerzeugnisse müssen Importeure ab sofort Aufschläge von bis zu 96,50 Euro pro Tonne zahlen, teilt die EU-Kommission mit.

Produkte für Stahlrohre und die Autoindustrie

Die betroffenen Produkte würden unter anderem zur Herstellung von Stahlrohren und im Schiff- und Autobau verwendet, heißt es in der entsprechenden Verordnung.

Die Aufschläge sollen ausländische Waren teurer machen und so in Europa produzierende Hersteller wie Thyssenkrupp, Tata Steel und ArcelorMittal vor unlauterer Konkurrenz schützen.

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Zahlreiche weitere Strafzölle vor allem gegen China

Die Maßnahme ergänzt eine ganze Reihe anderer Antidumpingzölle, die sich vor allem gegen Stahlerzeugnisse aus China richten. Die Volksrepublik drückt mit billigem Stahl die Weltmarktpreise, was europäische Firmen unter Druck setzt. Um sich gegen den harten Wettbewerb zu rüsten, hatten zuletzt Thyssenkrupp und Tata die Fusion ihrer europäischen Stahlsparten verkündet.

Gezahlt werden müssen die Zölle von Unternehmen, die die betroffenen Waren nach Europa importieren. Die Einnahmen fließen in den EU-Haushalt. (dpa/apa/red)

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