Klimawandel

Europa bläst wieder mehr Kohlendioxid in die Luft

Inzwischen reden Politiker aller Parteien und selbst Manager der Wirtschaft gerne, viel und laut über den Klimaschutz. Doch der Ausstoß von Teibhausgasen steigt und steigt - in Österreich zum Beispiel um drei Prozent pro Jahr.

Trotz aller Bemühungen ist der Ausstoß von Treibhausgasen in Europa im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht (0,5 Prozent) angestiegen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Europäische Umweltagentur (EEA) in Kopenhagen präsentierte. Das ist der erste Anstieg seit 2010. Österreich erhöhte seinen Ausstoß um 3,2 Prozent.

Deutschland, das 2011 die Energiewende eingeleitet hat, verringerte trotz kräftigen Wirtschaftswachstums seinen Ausstoß von Treibhausgasen leicht um 0,3 Prozent. Dagegen gingen unter anderem in Bulgarien, den Niederlanden und Spanien die Emissionen nach oben.

Ständig steigende Effizienz kann den Energiehunger nicht ausgleichen

Schuld an dem gesamteuropäischen Anstieg sei der vermehrte Verkehr, sowohl beim Personen- als auch beim Gütertransport, hieß es in dem Bericht. Kraftstoffeffizientere Neuwagen und Flugzeuge hätten das nicht ausgleichen können. Außerdem sei der Winter 2014 recht kalt gewesen, weshalb mehr geheizt worden sei.

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Von 1990 bis 2015 haben die 28 europäischen Länder plus Island ihren Ausstoß an Treibhausgasen um 22 Prozent gesenkt. Nicht genannt wird in diesem Zusammenhang oft ein wichtiger Grund: Der politische Zusammenbruch der sozialistischen Regime und der darauf folgende massive Rückgang der Produktion in vielen Ländern Osteuropas.

Offiziell haben Europäer ihr Ziel von einer Reduktion um 20 Prozent bis 2020 erreicht. Zum selben Zeitpunkt wuchs die EU-Wirtschaft um 50 Prozent, was die Autoren des Bericht als Beweis sehen, dass langfristiges Wirtschaftswachstum bei gleichzeitiger Reduzierung der Treibhausgasemissionen möglich ist. (dpa/apa/red)