Logistik

EuGH verhängt Millionenstrafe gegen Luftfrachtkartell

Der Europäische Gerichtshof bestätigt Geldstrafen von knapp 170 Millionen Euro gegen ein Luftfrachtkartell unter Beteiligung der Spediteure Kühne+ Nagel, Schenker und Deutsche Bahn. Die Einsprüche der Unternehmen hat das Gericht zurückgewiesen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Geldstrafen von 169 Mio. Euro gegen ein Luftfrachtkartell bestätigt, an dem auch die deutschen Spediteure Kühne + Nagel, Schenker und Deutsche Bahn beteiligt waren. Die Luxemburger EU-Richter wiesen Einsprüche der Unternehmen gegen die 2012 von der EU-Kommission verhängten Strafe zurück.

Preisabsprachen in den Jahren 2002 bis 2007

Die Brüsseler Behörde hatte den Spediteuren wettbewerbsfeindliche Absprachen in den Jahren 2002 bis 2007 vorgeworfen, die ihre Gewinnmargen sichern sollten. Nach Feststellung der Kommission hatten sie Aufschläge für Dienstleistungen bei der Zollabfertigung vereinbart. Zudem taten sie sich zusammen, um Währungsrisiken abzufedern. Für Zeiten hoher Nachfrage einigten sie sich auf einen "Hauptsaisonaufschlag".

Beteiligte Firmen

Die Unternehmen hatten Widerspruch gegen die Geldstrafen eingelegt, aber 2016 schon in der ersten Instanz vor dem EU-Gericht eine Niederlage kassiert. Vor dem EuGH (Rechtssachen C-261/16 P, C-264/16 P, C-271/16 P) hatten sie nun ebenfalls keinen Erfolg: Die Richter hielten die Geldbußen aufrecht. Neben Kühne + Nagel International, Schenker und Deutscher Bahn sind die Unternehmen Panalpina World Transport, Ceva Freight und EGL betroffen. (dpa/apa/red)

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