Steiermark

EU: Werk von Nidec in Fürstenfeld muss verkauft werden

Der japanische Konzern Nidec muss wegen der Übernahme einer Sparte des amerikanischen Herstellers Whirlpool ein Werk in Fürstenfeld verkaufen. Die EU verpflichtet die Japaner aber zu Auflagen, um das Werk zu sichern. Nach heutigem Stand sollen die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Das Nidec-Werk im steirischen Fürstenfeld mit rund 400 Mitarbeitern muss verkauft werden. Dazu haben sich Embraco, der Kühlkompressorensparte des US-Konzerns Whirlpool, und der japanische Mutterkonzern Nidec verpflichtet, um die Übernahme bei den EU-Wettbewerbshütern durchzubringen. Die Entscheidung war am Wochenende in Brüssel bekanntgeworden.

Arbeitsplätze in Fürstenfeld sollen erhalten bleiben

Die Arbeitsplätze in Fürstenfeld sollen erhalten bleiben. Die EU-Kommission verpflichtet den Nidec-Konzern dazu, dem Käufer des Werks erhebliche Kapitalunterstützung für künftige Investitionen in die Anlagen bereitzustellen. "Das sind gute Nachrichten für den Standort Fürstenfeld", erklärte ÖVP-EU-Delegationsleiter Othmar Karas in einer Aussendung.

Laut einer Mitteilung der EU-Kommission, muss Nidec sein Kühlkompressorengeschäft sowohl für Haushalts- als auch für leichte gewerbliche Anwendungen veräußern. Das betrifft neben dem Werk in Fürstenfeld auch Produktionsstandorte in der Slowakei und China. Dadurch würden die Überschneidungen zwischen Nidec und Embraco auf den Märkten, für die die Kommission Bedenken angemeldet hatte, vollständig beseitigt, hieß es.

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EU will Wettbewerb erhalten

"Die meisten Menschen haben - in Kühl- oder Gefrierschränken - mindestens einen Kühlkompressor bei sich zu Hause. Auch in Restaurants und Geschäften findet man Kühlkompressoren in Getränkekühlschränken oder Speiseeistruhen. Die Bedingungen, unter denen wir die Übernahme von Embraco durch Nidec genehmigen, stellen sicher, dass in dieser Branche auch weiterhin echter Wettbewerb herrscht. Industriekunden und Endverbrauchern entsteht somit kein Nachteil durch höhere Preise oder geringere Auswahl. Außerdem haben wir uns dafür eingesetzt, dass die bestehenden Werke, die Nidec veräußern wird, erhalten bleiben können", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Von Zanussi 1982 gegründet

Der italienische Haushaltshersteller Zanussi hatte das Fürstenfelder Werk 1982 unter dem Namen Verdichter Oe gegründet. Im Jahr 2000 ging der Bereich Kühlkompressoren in die ACC Austria GmbH über. Diese war aber 2012, ausgelöst durch den Mutterkonzern, insolvent. 2013 übernahm die deutsche Secop daher das Werk von der ACC mit rund 660 Mitarbeitern.

2017 kaufte der japanische Elektromotorenkonzern Nidec die Secop mitsamt dem Standort Fürstenfeld. Seither heißt die Firma Nidec Global Appliance Austria. Das Werk in Fürstenfeld gilt als ein wichtiger Arbeitgeber in der eher strukturschwachen Region. Ein beträchtlicher Teil der Belegschaft pendelt aus dem Burgenland ein.

Hochautomatisierte Produktionslinien

Jobs wurden seit 2013 zwar gestrichen, doch durch hochautomatisierte Produktionslinien sowie ein Kompetenzzentrum hat sich Fürstenfeld langfristig als Hochtechnologiestandort etabliert. Die Geschäfte liefen dem Vernehmen nach zuletzt gut. Sogar von Ausbauplänen mit der Aussicht auf zusätzliche 600 Mitarbeiter war die Rede. Nidec Fürstenfeld allein kommt mit zuletzt zwei Millionen Stück im Jahr 2018 auf einen Weltmarktanteil von unter 1,5 Prozent. Laut Wirtschaftscompass betrug der Umsatz der Nidec Global Appliance Austria 2017 57,86 Mio. Euro, das EGT lag mit 3,92 Mio. Euro im Minus. (apa/red)

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