Preisabsprachen

EU verdonnert Autozulieferer zu Millionenstrafe

Mehrere japanische Autozulieferer wurden von der EU-Kommission zu einer Kartellstrafe 137,8 Mio. Euro verurteilt. Die Betriebe belieferten Hersteller in Europa - und tauschten auch sensible Informationen aus.

Die japanischen Autozulieferer Melco (Mitsubishi Electric) und Hitachi sollen nach einem Entscheid der EU-Kommission zusammen 137,8 Mio. Euro Strafe zahlen. Wie bereits berichtet gehören zu den Beteiligten der weltweit zweitgrößte Teilehersteller Denso, Mitsubishi Electric sowie eine Sparte von Hitachi. Die Unternehmen hätten zusammen mit dem ebenfalls japanischen Denso-Konzern ein Kartell gebildet, das auch an Autobauer in Europa verkaufte, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit.

Denso zahlt nichts

Denso muss demnach nicht zahlen, weil es als Kronzeuge das Kartell selbst gemeldet hatte. Die drei Firmen hatten laut EU-Kommission zwischen 2004 und 2010 Preise für Generatoren und Anlasser abgestimmt und Kunden und Projekte für diese Autoteile untereinander aufgeteilt. Zudem hätten sie sensible Geschäftsinformationen ausgetauscht.

Zwar fanden die Gespräche dazu selbst nicht in Europa statt, hatten aber wegen der Kunden hierzulande Auswirkungen. Letzten Endes mussten daher laut EU-Kommission "auch europäische Autokäufer mehr bezahlen".

Löwenanteil zahlt Melco (Mitsubishi Electric)

Melco muss den Angaben zufolge mit fast 111 Mio. Euro den Löwenanteil der Strafe begleichen. Für die Berechnung der Höhe waren unter anderem der Wert der in Europa verkauften Teile, aber auch die Mitarbeit der Unternehmen an der Aufklärung ausschlaggebend.

Die Kartellstrafen sind in derartigen Fällen nicht das letzte Wort. Vielmehr können auch einzelne von den Unternehmen geschädigte Kunden vor den nationalen Gerichten auf Schadenersatz klagen. (afp/apa/red)

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