Stahlindustrie

EU plant neue Sonderzölle gegen die "Stahlschwemme" nach Europa

Die EU-Kommission will neue Schutzzölle auf einen Teil der Stahlimporte nach Europa einführen. Die Aufschläge sollen bis zum Jahr 2021 gelten und die europäische Stahlindustrie schützen. Derzeit gelten gegen die Auswirkungen der "Stahlschwemme" provisorische Zusatzzölle von 25 Prozent.

Die Sonderabgaben auf importierte Stahlprodukte zum Schutz europäischer Hersteller sollen nach dem Willen der EU-Kommission bis 2021 verlängert werden. Die Brüsseler Behörde informierte nach eigenen Angaben die Welthandelsorganisation WTO darüber.

Noch keine endgültige Entscheidung

Eine endgültige Entscheidung will die in Handelsfragen zuständige Kommission nach Rücksprache mit den EU-Staaten und anderen betroffenen Ländern bis zum 4. Februar treffen.

Zusätzliche Zölle auf Stahlmengen, die wegen der US-Maßnahmen nach Europa kommen

Im Juli hatte die EU provisorische Zusatzzölle von 25 Prozent auf Stahlimporte verhängt, die wegen der US-Zölle zusätzlich aus anderen Ländern wie etwa China in den europäischen Binnenmarkt kommen.

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Nachteile für Metallverarbeiter sollen vermieden werden

An der Verzollung der üblichen Stahl-Importmengen ändert sich jedoch nichts. Sie werden von der EU auf Basis der Durchschnittsmengen der vergangenen drei Jahren definiert.

Damit soll verhindert werden, dass auf Stahlimporte angewiesene Autobauer und Bauunternehmen unter den Schutzmaßnahmen leiden, weil sich die Preise erhöhen.

Nach Angaben der Brüsseler Behörde nahmen die Stahlimporte nach Europa zuletzt jedoch bereits deutlich zu.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Sonderabgaben auf Stahl-und Aluminiumprodukte eingesetzt, die von den Europäern als nicht vereinbar mit den WTO-Regeln angesehen werden. (dpa/apa/red)

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