Chemische Industrie

EU-Parlament will die Zulassung von Pflanzengift verschärfen

Die Verlängerung der Zulassung für das Pflanzengift Glyphosat bleibt umstritten. Behörden stehen in der Kritik, weil sie Studien der Chemieindustrie einfach übernehmen. Nun will das Europaparlament das Regelwerk verschärfen.

Das Europaparlament will die Zulassung von Schädlingsbekämpfungsmitteln verschärfen. Die EU-Abgeordneten forderten in Straßburg mit breiter Mehrheit mehr Transparenz in den Verfahren. Die Entschließung ist rechtlich nicht verbindlich.

Anlass für die Initiative war die umstrittene Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in der EU, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Das EU-Parlament hat daraufhin im Vorjahr einen Sonderausschuss für die Zulassung von Pestiziden eingerichtet.

Institute "schreiben schlicht bei Monsanto ab"

"Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt schlicht bei Monsanto ab, die Plagiate sind völlig inakzeptabel", kritisierte der grüne Europaabgeordnete Thomas Waitz. Eine Studie zeige deutlich, wie wichtig die neuen Transparenzregeln sind, sagte die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach. Dazu gehöre auch, dass EU-Agenturen über genügend finanzielle Mittel für unabhängige Studien verfügen.

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"Ein zentrales Problem ist, dass sich die nationalen Behörden bei der Bewertung von gefährlichen Stoffen auf die Urteile der Industrie verlassen und diese ohne Kennzeichnung der Quelle in ihren Prüfberichten übernehmen", sagte auch die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl. (apa/red)