Abfallwirtschaft

EU-Kommission will geplante Obsoleszenz bekämpfen

Die EU-Kommmission will Wegwerfartikel zurückdrängen, die geplante vorzeitige Zerstörung von Produkten bekämpfen und die Vernichtung unverkaufter Produkte verbieten.

Die EU-Kommission will nachhaltige Produkte in der EU zur Norm machen. Einwegsysteme sollen beschränkt, vorzeitiger Verschleiß bekämpft und die Vernichtung von unverkauften Gebrauchsgütern verboten werden, heißt es in dem neuen Aktionsplan für eine europäische Kreislaufwirtschaft, die EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius und Vizekommissionspräsident Frans Timmermans vorstellten.

Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Einsatz von Rohstoffen und die Abfallproduktion minimiert werden, die Ressourcen so lange wie möglich in der EU bleiben und auch der Energieverbrauch so gering wie möglich gehalten wird. Sinkevicius bezeichnete die Strategie als "wirtschaftliches Herz" des Green Deals der EU-Kommission, mit dem die Klimaneutralität bis 2050 erreicht werden soll, und "Garantie für nachhaltiges Wachstum".

"Der einzige Weg ist es, Wirtschaftswachstum vom Abbau von Rohstoffen und dessen ökologischen Auswirkungen zu entkoppeln", ist Sinkevicius überzeugt. Der jüngste EU-Kommissar warnte vor einer "Ressourcenkrise", die ohne eine Umstellung des Umgangs mit Ressourcen durch das Wachstum der Weltbevölkerung und des Konsums drohe.

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Laut EU-Vizekommissionspräsident Timmermans werden nur zwölf Prozent der Altmaterialien wiederverwertet. Er sieht darin "enormes Potenzial für Unternehmen und Konsumenten". Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen zukunftsorientierten Maßnahmen sollen nun neue Geschäftsmöglichkeiten und Arbeitsplätze schaffen, die Rechte der europäischen Konsumenten verbessern, Innovation und Digitalisierung nutzen und, "wie die Natur sicherstellen, dass nichts verschwendet wird", erklärte Sinkevicius.

Der Plan der EU-Kommission legt den Fokus auf jene Sektoren, die besonders ressourcenintensiv sind. Dazu gehören Elektronik und Telekommunikationstechnologie, Batterien und Fahrzeuge, Verpackungen, Plastik und Textilien. Auch eine Strategie für nachhaltige Bauweise ist vorgesehen.

Für die Konsumenten sieht der Aktionsplan ein "Recht auf Reparatur" vor. Dieses wurde von dem SPÖ-EU-Abgeordneten Günther Sidl als "klarer Auftrag für die Industrie" begrüßt. "Reparieren statt Wegschmeißen muss das Gebot der Stunde sein", so der Europaparlamentarier, der nun von der EU-Kommission die Festlegung von Etappenzielen für den Aktionsplan in den einzelnen Gesetzesvorschlägen fordert. (apa/red)

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