Erdgas

EU-Kommissar Oettinger: Nord Stream 2 nicht mehr zu stoppen

Der Bau der neuen Gasröhre Nord Stream 2 werde trotz Widerstands der USA auf jeden Fall fertiggestellt, so die Einschätzung von EU-Kommissar Günther Oettinger. Jetzt gehe es viel mehr darum, dass Gazprom eine "faire Nutzung" der bestehenden Leitungen durch die Ukraine regele.

EU-Kommissar Günther Oettinger rechnet trotz Widerstands der USA mit der Realisierung des Pipelineprojekts Nord Stream 2, an dem auch die OMV beteiligt ist. "Zur Wahrheit gehört aber, dass die Pipeline längst gebaut wird und nicht mehr so einfach gestoppt werden kann", sagte der CDU-Politiker nach Vorabbericht des "Spiegel" vom Freitag.

Weiters meinte er: "Drohungen Trumps sind dafür schon gar kein Grund." US-Präsident Donald Trump hat unter anderem gewarnt, Deutschland würde sich durch die Energielieferungen abhängig von russischem Gas machen.

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Der Bau der Ostsee-Pipeline durch russische und europäische Firmen unter Führung des russischen Gaskonzerns Gazprom ist den USA seit Langem ein Dorn im Auge, auch weil sie ihr Flüssiggas nach Europa verkaufen möchten. An dem Pipeline-Projekt ist auch die BASF-Tochter Wintershall beteiligt. Auch die Ukraine ist strikt gegen die Pipeline, weil sie den Verlust von Transit-Einnahmen fürchtet.

Oettinger forderte, dass Gazprom "ein faires Abkommen über die weitere Nutzung der bestehenden Leitungen durch die Ukraine schließt". Die EU könne Druck auf Russland aufbauen, sagte Oettinger. "Denn bei der Frage, wie das Gas aus Nord Stream 2 in Europa weitergeleitet wird, gilt das EU-Binnenmarktrecht. Dazu gehören auch Vorschriften, die einen fairen Wettbewerb sicherstellen. Das wissen auch Wladimir Putin und Gazprom."

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OMV-Chef Rainer Seele appelliert bereits im Sommer an die heimische Regierung bei der Umsetzung der Klima- und Energiestrategie nicht die Versorgungssicherheit zu vernachlässigen. Die derzeit in Bau befindliche Nord-Stream-2-Pipeline für russisches Gas sei wichtig für Österreich, damit es seine Importwege diversifiziere, betonte der OMV-Chef. (reuters/apa/red)