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EU-Kommissar Breton: Genug Impfstoffe bis Mitte Juli

Bis Mitte Juli werde die EU 470 Millionen Dosen erhalten und ihr Impfziel erreichen, so Binnenmarktkommissar Thierry Breton im Gespräch mit der "Presse" und anderen europäischen Zeitungen. Die vertraglichen Zusagen über die Lieferung von 360 Millionen Dosen bis Juni seien solide.

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Bis Mitte Juli werde die EU 470 Millionen Dosen erhalten und ihr Impfziel erreichen, sagt EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. "Wir werden bis Mitte Juli genügend viele Dosen haben, damit 70 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft werden können", sagte der frühere französische Wirtschafts- und Finanzminister im Gespräch mit der "Presse" und anderen europäischen Zeitungen.

Das würde eine deutliche Beschleunigung des bisher angenommenen Impftempos bedeuten. Die Devise von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war bisher stets, dieses 70-Prozent-Ziel bis zum Ende des Sommers in allen Mitgliedstaaten zu erreichen - das wäre Ende September.

53 pharmazeutische Fabriken seien auf europäischem Boden in die Herstellung von Covid-19-Impfstoffen beziehungsweise deren Abfüllung eingebunden. Die vertraglichen Zusagen über die Lieferung von 360 Millionen Dosen von April bis Juni seien solide, erklärte Breton. "Ich habe keinen Grund anzunehmen, dass sie nicht liefern werden. Da bin ich viel zuversichtlicher als vorher, was unsere Produktionskapazitäten betrifft."

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Das Ziel: Eine Impfrate von 70 Prozent der Erwachsenen

Zuzüglich der rund 108 Millionen Dosen, die bereits im ersten Quartal an die Mitgliedstaaten geliefert worden sind, käme man auf rund 470 Millionen Dosen. Und das sei ausreichend, um das Ziel, 70 Prozent der erwachsenen Europäer - also rund 55 Prozent aller circa 450 Millionen EU-Bürger - je nach Impfstoff mit einer oder zwei Dosen zu immunisieren.

Allerdings setze dies voraus, dass die Mitgliedstaaten jetzt alle Vorkehrungen träfen, um die demnächst zu erwartenden großen Lieferungen zügig zu verimpfen, mahnte Breton. "Meine Aufgabe ist es sicherzustellen, dass das, was die Unternehmen versprochen haben, pünktlich ankommt. Ich kann Ihnen also nicht sagen, wann die Mitgliedstaaten impfen. Das ist zu 100 Prozent deren Aufgabe."

Breton bezweifelte erneut, ob der russische Impfstoff Sputnik V, um den sich auch Österreich bemüht, heuer noch nach europäischen Standards hergestellt werden könne: "Nach der Genehmigung durch die (EU-Arzneimittelagentur, Anm.) EMA wird es vielleicht zehn Monate dauern, bis die Produktion läuft."

Breton betonte weiters: "Jeder neue Impfstoff ist willkommen. Aber um einen wirklichen Unterschied zu bewirken, sollte ein neuer Impfstoff binnen der nächsten drei oder vier Monate da sein. Ich habe viel Respekt vor russischen und chinesischen Wissenschaftern. Aber um es einmal mehr zu betonen: Es dauerte Monate, wenn nicht Jahre, um den gesamten Produktionsprozess vorzubereiten, bis hin zum Abfüllen." (apa/red)