Gegen Dumpingstahl

EU führt neue Strafzölle auf kaltgewalzten Stahl aus China und Russland ein

Die EU-Kommission hat die Einführung neuer Strafzölle auf kaltgewalzten Flachstahl aus China und Russland beschlossen. Die Strafzölle betragen zwischen 19 und 39 Prozent und ergänzen die bereits über 100 bestehenden Maßnahmen der EU gegen Dumping im Stahlsektor.

Bei der Einfuhr kaltgewalzter Flachstahlerzeugnisse, die etwa beim Bau von Kühlschränken oder Waschmaschinen verwendet werden, gelten werden ab sofort Antidumping-Aufschläge. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der europäische Stahlverband Eurofer hat im Vorfeld wiederholt neue Strafzölle eingefordert.

Die Strafzölle gelten für einen Zeitraum von fünf Jahren - hier das offizielle Dokument der EU zu der Entscheidung. Brüssel will damit die Stahlindustrie Europas vor Billigimporten schützen, die der Branche massiv zusetzen. Derzeit sind in der EU über 100 bestehende Antidumping-Maßnahmen in Kraft.

Die Antidumping-Aufschläge bewegen sich zwischen 18,7 Prozent und bis zu 38,9 Prozent des Preises, wie die russische Wirtschaftszeitung "Wedomosti" schreibt. Demnach sind in Russland die Stahlkonzerne MMK, NLMK und Severstal von der Maßnahme betroffen.

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Severstal hat rechtliche Schritte vor Gerichten der EU und der Welthandelsorganisation WTO angekündigt. Den russischen Unternehmen zufolge haben die Prüfer der EU-Kommission bei ihrer Untersuchung im Herbst 2015 falsche Daten erhoben und "psychologischen Druck" auf Mitarbeiter der russischen Stahlunternehmen ausgeübt.  (pm)

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