Lehrlingsausbildung

„Es ist nicht einfach, passende Lehrlinge zu finden“

Das Konzept der Lehre könnte dem Problem des Fachkräftemangels in der Industrie etwas den Wind aus den Segeln nehmen. Doch auch Lehrstellen zu besetzen ist nicht immer einfach.

Doppelmayr KTM Energie AG Oberösterreich Lehre ​Lehrlinge Ausbildung

Bei Doppelmayr traten in diesem Jahr 31 Lehrlinge ihre Ausbildung an. 

Österreichs Lehrlinge haben mit September ihre Lehrstellen angetreten. Beim Seilbahnbauer Doppelmayr etwa begannen 31 neue Lehrlinge - 28 Burschen und drei Mädchen - ihre Ausbildung im Werk Wolfurt, wo sich auch die Lehrwerkstatt von Doppelmayr befindet. Insgesamt bildet das Unternehmen in Wolfurt per September 2019 116 Lehrlinge aus.

Doch im Wettbewerb mit anderen Unternehmen werde es immer schwieriger, Lehrlinge zu finden, wie Udo Messner, Leiter der Lehrlingsausbildung bei Doppelmayr, im Gespräch mit INDUSTRIEMAGAZIN, erklärt: „Ja, es ist auch für uns nicht einfach, die für uns passenden Lehrlinge zu finden. Generell hat die Anzahl an Lehrstellen in den letzten Jahren deutlich zugenommen, die Anzahl der potenziellen Lehrlinge jedoch nicht. Zudem haben wir hier im Rheintal sehr viele gute Ausbildungsbetriebe.“

Vergangenes Jahr hat sich deshalb eine Initiative formiert, die sich zum Ziel gesetzt hat, jeden zweiten 15-jährigen Jugendlichen in Österreich für eine Lehre zu begeistern. Mit „zukunft.lehre.österreich“ (z.l.ö) will die Wirtschaft den Trend zu sinkenden Lehrlingszahlen stoppen. Neben Ideenlieferant Energie AG Oberösterreich und Initiator KTM sind auch Unternehmen wie Kapsch, Schoeller Bleckmann, Wacker Neuson, Becom, Viessmann und viele mehr mit dabei.

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Bei Doppelmayr jedenfalls werden einige Lehrberufe angeboten: Stahlbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Zerspanungstechnik, Maschinenbautechnik und Informationstechnologie. Die drei Mädchen, die Doppelmayr seit diesem Jahr als Lehrlinge beschäftigt, verteilen sich auf die Lehrberufe Maschinenbautechnik, Stahlbautechnik und Elektrotechnik.

Heißes Thema Asylwerber

Seit Monaten wird in der Politik auch darüber diskutiert, ob Asylwerber bei negativem Asylbescheid ihre Lehre abschließen dürften. Mittlerweile spricht sich auch ÖVP-Chef Sebastian Kurz dafür aus. Auch in der Industrie ist das Problem gegeben. Als erstes Industrieunternehmen etwa hat sich das oberösterreichische Unternehmen Schinko öffentlich zum Thema geäußert. Der Gehäusetechniker beschäftigt vier geflüchtete Lehrlinge, einer sollte abgeschoben werden.

Auch bei Doppelmayr ist das Thema nicht neu: „Ja, wir haben auch in diesem Lehrjahr wieder einen Asylwerber, welcher bei uns eine Lehre gestartet hat“, erklärt Messner. 

Boni und Geschenke für Lehrlinge

Der oberösterreichische Motorradbauer KTM versucht seine Lehrlinge mit attraktiven Geschenken und Boni zu finden und zu binden. So will das Unternehmen in den kommenden Jahren Geld in den Ausbau seiner Lehrwerkstatt investieren, die Zahl der Lehrlinge soll von derzeit 150 auf 200 steigen. KTM biete dabei allen Lehrlingen eine Übernahmegarantie - und bei guten Abschlüssen auch ein Motorrad als Geschenk.

Bei Doppelmayr bekommen laut dem Leiter der Lehrlingsausbildung „für gute betriebliche und schulische Leistungen Prämien. Auch für den Lehrlingsleistungswettbewerb sowie für die Lehrabschlussprüfung gibt es Prämien.“

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