Bahnindustrie

Erste Details zur geplanten Fusion: Mehrheit für Siemens, Chef von Alstom

Die zur Stunde laufenden Fusionsgespräche zwischen Alstom und Siemens sind Eingeweihten zufolge auf der Zielgeraden. Demnach soll Siemens die Mehrheit bekommen - während der Chef von Alstom kommt.

Zur Stunde beraten der Verwaltungsrat des französischen Bahnindustriekonzerns Alstom und der Aufsichtsrat des Münchner Technologieriesen Siemens über den geplanten Zusammenschluss ihrer Zugsparten.

Beide reagieren damit auf die neue starke Konkurrenz des staatlichen chinesischen Konzerns CRRC.

Laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa könnte der Aufsichtsrat von Siemens das neue Bündnis bereits an diesem Dienstag in einer außerordentlichen Sitzung beschließen. Bei Alstom tagt das Kontrollgremium dem Vernehmen nach am Dienstagabend. Wie von INDUSTRIEMAGAZIN.at gemeldet hatten beide Konzerne zuvor die Verhandlungen bestätigt: Fusion bei Siemens und Alstom: Mögliches Ergebnis schon Dienstag >>

White Paper zum Thema

Wie Insider berichten, zeichnen sich inzwischen jetzt die wichtigsten Details ab. Demnach sei geplant, dass Siemens 50 Prozent plus eine Aktie an dem fusionierten Bahntechnik-Konzern erhalten solle.

Henri Poupart-Lafarge und Roland Busch als Chefs

Zugleich soll der Vorstandschef des fusionierten Konzerns von Alstom kommen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert französische Eingeweihte mit der Aussage, dass Henri Poupart-Lafarge, derzeit Konzernchef von Alstom, als aussichtsreicher Kandidat für die Führung eines möglichen gemeinsamen Zuggeschäfts von Siemens und den Franzosen gehandelt wird. Der 48-jährige Manager solle den Vorstandsvorsitz übernehmen.

Den Verwaltungsratsvorsitz soll dem Bericht zufolge Siemens-Technikvorstand Roland Busch bekommen.

Aktionäre von Alstom bekommen Sonderdividende

Geplant ist Eingeweihten zufolge außerdem, dass die Aktionäre von Alstom ein "Extrazuckerl" bekommen: Der französische Hersteller des Schnellzugs TGV versüßt seinen Aktionären die Spartenfusion mit einer Sonderdividende.

Damit würden die unterschiedlichen Firmenwerte von Alstom und Siemens Mobility ausgeglichen, so dass beide auf Augenhöhe fusionieren könnten, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Hauptprofiteur der Ausschüttung wäre der französische Alstom-Großaktionär Bouygues. Alstom habe überschüssige Mittel in der Bilanz.

(red/reuters/dpa/apa)

Aktuell dazu:

Siemens: Aus dem Großkonzern soll ein "Flottenverband" werden >>

Siemens vertagt Entscheidung zur Fusion mit Bombardier >>

Verwandte tecfindr-Einträge