Korruption

Ermittlungen zum Baukartell: Früherer Manager einer OMV-Tochter beschuldigt

Im Baukartell in der österreichischen Bauwirtschaft soll der Chef einer Baufirma 700.000 Euro Schmiergeld bezahlt haben. Zu den Beschuldigten gehört demnach ein früherer Manager der OMV-Konzerntochter Gas Connect.

In die Baukartell-Affäre rund um illegale Preisabsprachen in der Baubranche soll auch ein früherer Manager der OMV-Tochter Gas Connect Austria verwickelt sein, berichtete das "Ö1"-Mittagsjournal. Demnach schilderte der Chef einer Baufirma in einem Brief an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), dass er fast 700.000 Euro an den Manager bezahlt habe.

In dem Brief vom Anfang des Jahres schreibt der Bauunternehmer, er habe in den Jahren 2008 bis 2015 Schmiergeld bezahlen müssen, um überhaupt an Vergabeverfahren für kleinere Bauprojekte teilnehmen zu dürfen.

Gas-Connect-Sprecher Armin Teichert sagte im "Mittagsjournal", man kooperiere eng mit den Ermittlern und habe alle nötigen Unterlagen zur Verfügung gestellt. Sowohl die OMV als auch die Tochter Gas Connect Austria haben sich als potenziell Geschädigte dem Ermittlungsverfahren in der Kartell-Causa angeschlossen.

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Insgesamt wird in der Baukartell-Affäre gegen rund 220 Beschuldigte ermittelt. Bisher besteht bei insgesamt 350 Vergabeverfahren in den Jahren 2006 bis 2017 der Verdacht auf verbotene Absprachen. (apa/red)

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