Maschinenbau

Erlös bei Pöttinger Landmaschinen gesunken

Der oberösterreichische Landmaschinenhersteller Pöttinger muss für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang um sechs Prozent hinnehmen. Grund sind sinkende Einnahmen und damit auch Investitionen in der Landwirtschaft.

Der Landmaschinenhersteller Pöttinger mit Sitz in Grieskirchen in Oberösterreich hat einen Umsatzrückgang um 6 Prozent im per 31. Juli abgeschlossenen Geschäftsjahr 2015/2016 hinnehmen müssen - von 320,3 auf 301 Mio. Euro. Das teilte das Familienunternehmen mit. Ertragszahlen wurden nicht veröffentlicht.

Pöttinger erzeugt mit zuletzt 1.700 Mitarbeitern - im Jahr davor waren es 1.650 - Maschinen für die Sparten Futterernte, Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Sätechnik.

Landwirte verdienen immer weniger

Den Umsatzrückgang sieht die Firma im Zusammenhang mit der Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft: Die negative Entwicklung der Erzeugerpreise machte sich in einem Rückgang des Investitionsvolumens bemerkbar. Dementsprechend verringerte sich auch der Absatz der Maschinen - vor allem im Haupt-Umsatzbringer bei Pöttinger, dem Grünlandbereich: minus 12 Prozent.

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Der Verkauf der Maschinen aus dem Bereich Bodenbearbeitung und Sätechnik mit 28 Prozent Anteil am Gesamtumsatz konnte dagegen um 20 Prozent gesteigert werden, jener der Original-Ersatzteile gehalten werden.

Im Vergleich ist der Anteil der Erlöse am Heimmarkt wieder leicht zurückgegangen - nach 15 und 14 auf zuletzt 13,5 Prozent. Er ist aber nach wie vor neben Deutschland - 19 Prozent - und Frankreich - 13,5 Prozent - einer der stärksten Einzelmärkte.

Der Ferne Osten, Baltikum, Kanada, Ukraine, Australien und Belgien wuchsen überdurchschnittlich. Die Exportquote des Unternehmens beträgt 86,5 Prozent.

Seit den Krisenjahren 2008/2009/2010, die mit einem Umsatzrückgang bis auf 182 Mio. Euro die davor liegende Serie der jährlichen Steigerungen unterbrochen hatten, war es bei Pöttinger in den vergangenen Jahren wieder jeweils mit einem zum Teil zweistelligen Plus aufwärtsgegangen. In der zinstechnisch günstigen Phase wurden 25 Mio. Euro investiert.

Werke am Stammsitz und im Ausland erweitert

Neben der inzwischen abgeschlossenen Erweiterung der Werke Bernburg in Sachsen-Anhalt in Deutschland und Vodnany in Südböhmen in Tschechien werden bis Mitte 2017 auch im Stammwerk rund 12.000 Quadratmeter zusätzliche Produktionsflächen eingerichtet und alle Prozesse neu gestaltet.

In der unmittelbaren Nähe, in Taufkirchen an der Tattnach, entsteht ein modernes Logistikzentrum mit 7.000 Quadratmetern für die Ersatzteile. "Landwirtschaft braucht jeder. Auch in Zukunft wird die regionale Landwirtschaft eine zentrale Rolle für die Ernährung der Weltbevölkerung spielen", so der Sprecher der Geschäftsführung, Heinz Pöttinger. (apa/red)

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