Feuerwehrausrüster

Ergebniseinbruch bei Rosenbauer - Konzernchefs bleiben trotzdem "entspannt"

Höhere Kosten bei den Vorarbeiten für die kommenden Auslieferungen haben die Ergebnisse des oberösterreichischen Feuerwehrausrüsters im ersten Halbjahr einbrechen lassen. In den nächsten Monaten woll Rosenbauer nun "eine Aufholjagd" starten.

Rosenbauer startet für die zweite Jahreshälfte eine Aufholjagd, um seine Ziele nach dem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr zu erreichen. Bis Juni schrieb der oberösterreichische Feuerwehrausstatter einen Betriebsgewinn von 5,2 Mio. Euro.

"Im Verhältnis zum Vorjahr ist das eine leichte Verschlechterung, die sich allerdings bis zum Jahresende wieder aufheben wird", sagte Vorstandschef Dieter Siegel. "Wo wir uns noch verbessern müssen, ist klar die Profitablität", erklärte Finanzvorstand Sebastian Wolf. Die Oberösterreicher waren in der ersten Jahreshälfte 2019 weniger profitabel als sonst. Der Vorstand begründete das in einer Pressekonferenz in Wien mit Vorarbeiten für die Auslieferungen im zweiten Halbjahr. Siegel rechnet bis Ende 2019 mit einem hohen Liefervolumen und sogar einer leicht verbesserten Gewinnspanne beim operativen Ergebnis (Ebit).

Weltmarktführer hat Milliardenmarke weiter im Visier

Rosenbauer ist der größte Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen der Welt, Nummer zwei ist der amerikanische Konzern Pierce Oskosh, gefolgt von der japanischen Morita Corp. 2020 will Rosenbauer erstmals in der Firmengeschichte den Umsatz von einer Milliarde Euro knacken.

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Das börsenotierte Unternehmen hält an seinem Ausblick fest, heuer 950 Mio. Euro Umsatz zu machen und dabei eine Ebit-Marge von 5,5 Prozent zu erzielen. Im ersten Halbjahr lag die Ebit-Marge bei nur 1,3 Prozent. Siegel verwies darauf, dass der Markt für Feuerwehrausrüster saisonalen Schwankungen unterworfen sei. Was die Ziele betrifft, gab sich Wolf zuversichtlich: "Wir sind hier durchaus entspannt."

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Usicherheiten bleiben

Unsicherheiten, dass die Aufholjagd im zweiten Halbjahr nicht wie erwartet läuft, sieht Rosenbauer trotz der schwächeren Weltwirtschaft und den Unsicherheiten wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China nicht. "Die Aufträge sind ja da", so Siegel. Unwägbarkeiten betreffen eher die Fertigung, voriges Jahr seien beispielsweise wegen der Überhitzung der Wirtschaft Kabelstränge nur mit langen Lieferzeiten verfügbar gewesen.

Rosenbauer verbuchte im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatz von 394,6 Mio. Euro, das ist ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2018. Der operative Gewinn halbierte sich jedoch von 10,1 auf 5,2 Mio. Euro. Der Nettogewinn fiel von 5,3 auf 1,6 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie war unter dem Strich mit -0,4 Euro sogar negativ. An der Wiener Börse lag die Aktie zu Mittag leicht im Plus.

Auftragseingang garantiert Vollauslastung für gesamtes Jahr

Als "sehr positiv" beurteilte der Vorstand den Auftragseingang, dieser garantiere eine Vollauslastung für ein gesamtes Jahr. Zu den aktuellen Großaufträgen zählen 18 Feuerwehrfahrzeuge des Typs "Panther" für den Flughafen Amsterdam sowie 30 weitere für Dubai. Über mehrere Jahre läuft die Bestellung von Fahrzeugen für den Katastrophenschutz in Deutschland.

Hersteller beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter in Österreich

Rosenbauer hat insgesamt 3.683 Mitarbeiter, 1.457 davon in Österreich. Dazu kommen noch 350 Leiharbeiter. Am Firmensitz bei Linz wurden neue Mitarbeiter eingestellt, Lehrlinge aufgenommen sowie die Zahl der Leiharbeiter erhöht. Unterm Strich stieg der Mitarbeiterstand hierzulande um rund 200 Personen. (apa/red)

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