Erdgas

Erdgasstreit vor Zypern: Türkei setzt sich durch

Türkische Kriegsschiffe haben ein Bohrschiff des italienischen Energiekonzerns Eni gezwungen, ein Gebiet vor Zypern zu verlassen. Jetzt will Zypern weitere Annäherungen der Türkei an die EU blockieren.

Im Streit zwischen der Türkei und Zypern um geplante Erdgasforschungen im Südosten der Mittelmeerinsel hat sich Ankara durchgesetzt: Das vom italienischen Energiekonzern ENI gecharterte Bohrschiff "Saipem 12.000" hat seine Position in der Nähe eines Forschungsgebietes im Südosten der Hafenstadt Larnaka in Richtung Westen verlassen.

Dies berichtete das zypriotische Staatsradio (RIK). Ankara hatte mit Kriegsschiffen in den vergangenen zwei Wochen dieses Forschungsschiff daran gehindert, Bohrungen auf der Suche nach Erdgas zu starten.

Schiefe Argumente

Ankara argumentiert, durch Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der Bewohner des von der Türkei militärisch besetzten Nordteils der Insel würden deren Rechte missachtet. Die türkische Marine werde künftig neue solche Forschungen verbieten.

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Nikosia will nun nach Aussagen des zypriotischen Außenministers Ioannis Kasoulides die weitere Annäherung der Türkei an die EU blockieren. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades will am Freitag beim EU-Gipfel die anderen Regierungschefs über die Lage informieren.

Die kleine Inselrepublik ist nach einem innergriechischen Putsch und dem Einmarsch des türkischen Militärs seit 1974 geteilt. Unter dem Meeresboden südlich der Insel werden reiche Erdgasvorkommen vermutet. (dpa/apa/red)

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