Erdgas

Erdgas: Ukraine und Russland verhandeln in Brüssel

Der EU-Kommissionsvize Sefcovic hat die zuständigen Minister der Ukraine und Russlands nach Brüssel eingeladen und versucht zu vermitteln. Ende dieses Jahres laufen Transit-Verträge aus. Ein weiterer Faktor ist Nord Stream 2.

Im Dauerstreit über die Durchleitung von Erdgas in die Europäische Union haben die Ukraine und Russland in Brüssel eine Lösung gesucht. EU-Vizekommissionschef Maros Sefcovic lud die zuständigen Minister zu Gesprächen und versuchte zu vermitteln.

Es geht um die Verlängerung von zum Jahresende auslaufenden Verträgen für den Transit russischen Erdgases durch die Ukraine. Eine wichtige Rolle in dem Energiekonflikt spielt das Pipelineprojekt Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland. Die Ukraine befürchtet, umgangen zu werden und Transitgebühren in Milliardenhöhe einzubüßen. Die deutsche Regierung verteidigt Nord Stream 2, fordert aber auch weitere Transits durch die Ukraine.

Beide Seiten hatten sich im Juli 2018 schon einmal auf Ministerebene in Berlin getroffen. Danach habe es Austausch auf Expertenebene gegeben, erklärte Sefcovic vorab. Nun wolle man eine Zwischenbilanz ziehen. "Wir brauchen eine starke Verpflichtung beider Seiten, in diesen Gesprächen voranzukommen", meinte Sefcovic.

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Überschattet werden die Gespräche vom militärischen Konflikt in der Ostukraine. Über die Konditionen für Lieferung und Durchleitung russischen Erdgases streiten die Ukraine und Russland aber bereits seit 2005. Mehrfach kam es zu Lieferunterbrechungen. Der derzeitige Liefer- und Transitvertrag wurde 2009 geschlossen. Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz beklagt ungünstige Bedingungen, die der Ukraine Milliardenverluste beschert hätten.