Energie

Eon rechnet mit weiteren Einbußen

Hohe Abschreibungen auf Kraftwerke, gefallene Strom-Großhandelspreise und der Wechselkurs drückten das Konzernergebnis 2014 so weit ins Minus wie noch nie. Für das heurige Jahr werden weitere Verluste erwartet.

EON Energie Ergebnisse Johannes Teyssen

Der deutsche Energiekonzern Eon hat im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro verbucht. Hohe Abschreibungen auf Kraftwerke, die gefallenen Strom-Großhandelspreise und Wechselkurseffekte hätten das Ergebnis belastet, erklärte Vorstandschef Johannes Teyssen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um neun Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Nettoverlust von 3,3 Milliarden Euro gerechnet und das Ebitda auf 8,4 Milliarden Euro taxiert. Der Nettoverlust ist der höchste eines börsennotierten Energieversorgers in Deutschland überhaupt.

Das ist nach 2011 überhaupt erst das zweite Mal in der Firmengeschichte, dass Eon am Ende des Jahres in die Verlustzone gerutscht ist. Damals fiel der Fehlbetrag mit 2,2 Milliarden Euro noch um fast ein Drittel niedriger aus. 2013 hatte Eon noch einen Überschuss von 2,1 Milliarden Euro erreicht. Eon-Chef Johannes Teyssen wollte ursprünglich mit der Aufspaltung des Energieriesen neue Kräfte freisetzen, so das Handelsblatt. 

Eon hatte bereits Anfang Dezember mitgeteilt, für 2014 und 2015 eine Dividende von 50 Cent je Aktie zu zahlen nach 60 Cent je Papier für 2013. Im neuen Geschäftsjahr rechnet Teyssen mit weiteren Einbußen. Das Ebitda werde wohl zwischen sieben und 7,6 Milliarden Euro liegen. Für den nachhaltigen Überschuss gab er eine Prognose von 1,4 und 1,8 Milliarden Euro. Dieser war 2014 um ein Viertel auf 1,6 Milliarden Euro geschrumpft.

Auch eine der modernsten Anlagen in Europa fällt den Einbußen zum Opfer: Denn unter dem Druck der Energiewende will Eon einem Medienbericht zufolge sein schwach ausgelastetes Gaskraftwerk Irsching stilllegen.

White Paper zum Thema

Eon hatte Ende November angekündigt, sich als Reaktion auf die Energiewende 2016 aufspalten und dabei den gesamten Teil mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken in eine neue Gesellschaft ausgliedern zu wollen. Der Hauptkonzern will sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren. Im zweiten Quartal wolle Eon erste Details zu den neuen Gesellschaften nennen, kündigt Teyssen an. (apa/Reuters/dpa)

Verwandte tecfindr-Einträge