Verbund-Konferenz Energy2050

„Energiewende war gestern – Digitalisierung ist heute“

Heute ist die „energy2050“ gestartet, die wichtigste Konferenz der heimischen Energiewirtschaft. Drei Tage lang diskutieren in Fuschl am See zahlreiche Experten auf Einladung des Verbund die Umwälzungen der Branche. Zum Auftakt rief Konzernchef Wolfgang Anzengruber zu einem „New Deal“ auf.

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Die fundamentalen Umbrüche in der Energiewirtschaft sind das zentrale Thema der heute gestarteten „energy2050“, die der Verbund alle zwei Jahre im malerischen Fuschl am See in Salzburg veranstaltet. Das INDUSTRIEMAGAZIN und der ORF sind Medienpartner dieser wichtigsten Konferenz der Energiewirtschaft in Österreich.

„Wir brauchen einen New Deal in der Energiewirtschaft“, sagte Wolfgang Anzengruber, Konzernchef des Verbund, zum Auftakt der Konferenz. Anzengruber deutet damit die historische Dimension der Umwälzungen an: Die nach Fukushima von Deutschland vorangetriebene Energiewende mit dem Ausbau der Erneuerbaren, der Verfall des Strompreises an den Börsen, die massiven Veränderungen im Zuge der Fracking-Fördermethode in den USA, die Reaktion der Opec-Staaten und als Folge davon der Verfall des Ölpreises am Weltmarkt.

Die offene Frage nach dem Markt der Zukunft

Entsprechend steht im Mittelpunkt der Konferenz die Frage: „Am Marktplatz Energiezukunft. Was wollen die Kunden, was kann die Branche?“ Antworten darauf liefert gemeinsam mit den Gastgebern des Verbund eine ganze Reihe von prominenten Gästen, darunter Christoph Frei vom Weltenergierat, Rainer Baake vom deutschen Bundeswirtschaftsministerium, Wolfgang Hesoun von Siemens Österreich oder Walter Boltz von der E-Control.

White Paper zum Thema

Österreich ist zwar im Strombereich in einer besonders starken Position: 85 Prozent der Elektrizitätserzeugung generiert das Land aus Wasserkraft. Trotzdem setzt auch dem Verbund als dem größten Wasserkrafterzeuger Europas der Verfall der Strompreise zu, ebenso wie die Herausforderungen, die mit der immer weiter steigenden Volatilität in der Erzeugung verbunden sind.

„Viele Firmen des Energiesektors gehen schneller nach unten als die Strompreise nach unten gehen. Die etablierte Industrie läuft dieser Entwicklung hinterher. Doch stattdessen sollten wir diese Entwicklung gestalten – denn sie bietet uns sehr viele Chancen“, sagt Anzengruber, und fügt hinzu: „Der gesamte Marktplatz formiert sich gerade neu. Die deutsche Energiewende war gestern – die Digitalisierung ist heute.“ So gelte es etwa für den Verbund, die traditionellen Stärken in der Wasserkrafterzeugung mit neuen Geschäftsmodellen zu kombinieren -  zum Beispiel flexible Angebote für die Industrie. 

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