Energieerzeuger

Energieriese Eon schreibt höchsten Verlust seiner Geschichte

Jahrzehntelang hat Deutschlands größter Energiekonzern bestens mit Atomkraft, Gas und Kohle verdient. Jetzt schreibt Eon Milliardenverluste - und bereitet seine eigene Aufspaltung vor.

Deutschlands größter Energiekonzern Eon muss in den ersten neun Monaten einen Rekordverlust von knapp 5,7 Mrd. Euro hinnehmen. Grund seien hohe Wertberichtigungen von 8,3 Mrd. Euro unter anderem wegen Abschreibungen auf Kraftwerke, teilte das Unternehmen mit.

Trotzdem ein operativer Gewinn und Konzernüberschuss in Milliardenhöhe

Eon bestätigte aber seine Prognose eines operativen Gewinns von 7 bis 7,6 Mrd. Euro für das Gesamtjahr und eines nachhaltigen Konzernüberschusses von 1,4 bis 1,8 Mrd. Euro für 2015.

Die Gas- und Kohlekraftwerke des Konzerns verdienen wegen des abgestürzten Börsenstrompreises kaum noch Geld. Durch den Boom des Ökostroms werden branchenweit die konventionellen Kraftwerke vom Markt verdrängt. Die Preise an der Leipziger Strombörse EEX haben sich in den vergangenen vier Jahren halbiert.

Wegen der dauerhaft geringeren Erlösaussichten mussten die konventionellen Kraftwerke in der Bilanz neu bewertet werden. Schon für 2014 hatte Eon einen Rekordverlust von 3,2 Mrd. Euro ausgewiesen. Grund waren damals vor allem Abschreibungen auf Kraftwerke im Ausland.

Aufspaltung weiter in Vorbereitung

Eon bereitet sich derzeit auf seine Aufspaltung vor. Dabei gliedert der Konzern sein gesamtes Geschäft mit großen Kraftwerken in die neue Gesellschaft Uniper aus. Das Hauptunternehmen will sich künftig auf erneuerbare Energien und den Vertrieb konzentrieren.

Das Atomgeschäft verbleibt auf politischen Druck hin weiter bei Eon, soll aber in der Tochter PreussenElektra weitgehend unabhängig geführt werden. Die Konzernaufspaltung soll zum Jahreswechsel greifen. Deshalb zog Eon die üblicherweise zum Jahresende stattfindende Überprüfung der Firmenwerte vor. (dpa/apa/red)

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(red)

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