Versorger

Energie Steiermark: Mehr Gewinn trotz Umsatzrückgang

Wegen Strukturbereinigungen und Programmen zur Steigerung der Effizienz hat der Grazer Versorger im Geschäftsjahr 2016 mehr Gewinn gemacht und zahlt dem Land eine höhere Dividende.

Die Energie Steiermark AG hat im Geschäftsjahr 2016 trotz eines Umsatzrückganges von 1,13 auf 1,03 Mrd. Euro den operativen Gewinn von 88 auf 117,4 Mio. Euro gesteigert. Dies geht aus der veröffentlichten Bilanz hervor. Grund für die auch 2015 ähnliche Lage - Gewinnsteigerung trotz Umsatzrückgangs - waren unter anderem Strukturbereinigungen und Effizienzsteigerungsprogramme.

Das Ergebnis vor Steuern lag mit 128,1 Mio. Euro um 27,2 Prozent über dem Wert von 2015 (100,7 Mio. Euro), teilten die Vorstände Christian Purrer und Martin Graf mit. Die Zuwächse wurden trotz Senkung der Erdgaspreise um 7 Prozent und einem Strom-Bonus für rund 110.000 Haushaltskunden erzielt, die im Zuge einer Treueaktion bis zu 6 Monate Gratis-Strom beziehen.

Die Dividende von rund 55 Mio. Euro (2015: 50 Mio. Euro) wird an die beiden Eigentümer Land Steiermark und den australischen Finanz-Investor Macquarie ausgeschüttet. Das Land erhält für seinen Anteil von 75 Prozent rund 41,25 Mio. Euro. Macquarie bekommt für 25 Prozent und eine Aktie rund 13,75 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote des Energieversorgers beläuft sich auf 46,2 Prozent (2015: 46,7 Prozent).

Zu den höheren Gewinnzahlen haben auch eine Verschlankung der Struktur bzw. die Effekte durch die Zusammenführung der Bereich Strom und Gas beigetragen, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage.

Die Energie Steiermark investierten 2016 rund 146,5 Mio. Euro in die Erzeugung grüner Energie und sicherere Netze. Der überwiegende Teil dieser Aufträge sei an heimische Unternehmen gegangen. Vorstandsdirektor Graf zufolge wurde der Personalstand von 1.708 auf 1.731 Mitarbeiter aufgestockt.

Laut Vorstandssprecher Purrer hat der Konzern auch seine Position im Ausland deutlich stärken können. Man sei der zweitgrößte Wärmelieferant der Slowakei. Mit der Übernahme eines Nürnberger Unternehmens im Bereich Energiemanagement aus der WISAG Industrie Service Holding habe man den Einstieg in den deutschen Markt begonnen.

Man plane auch weiterhin die Erschließung neuer Dienstleistungen und neuer Produkte. Dies umfasse die Bereiche Energieeffizienz, Blockchain-Technologien, Smart Grid und E-Mobilität. Aktuell seien die Bauarbeiten am Murkraftwerk Graz-Puntigam (80 Mio. Euro) sowie die Errichtung des Windparks auf der weststeirischen Handalm (60 Mio. Euro) im Bereich der Koralpe voll im Gange.

Ein Asset ist laut der Energie Steiermark-Führungsebene auch die Klärung aller offenen Rechtsfragen mit dem Verbund. Hier hatte es in den vergangenen Jahren einen Zwist um die Grazer Fernwärmeversorgung von Mellach aus gegeben. (apa/red)