Enercon warnt vor einem "Desaster" bei Windturbinenherstellern

Aus dem Burgenland hat sich Deutschlands größter Windradbauer schon verabschiedet - jetzt plant Enercon massive Einschnitte in Deutschland sowie bei seinen Zulieferern.

Deutschlands größter Windradbauer Enercon schließt weitere Stellenstreichungen bei Zulieferern über die bereits angekündigten 800 Stellen hinaus nicht aus. "Wenn sich nichts ändert, wird das auch noch andere Zulieferer treffen", sagte Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig dem "Handelsblatt". "Die Situation ist absolut negativ für die gesamte Branche."

Der Windenergieanlagen-Hersteller hatte vor Kurzem angekündigt, seine Zuliefererverträge zu reduzieren. Insgesamt sollen deshalb ab dem vierten Quartal bei Zulieferern gut 800 Stellen wegfallen. Betroffen sind unter anderem Firmen, die Betontürme von Windenergieanlagen bauen oder Rotorblätter fertigen.

"Preiskampf mit deutschen Herstellern nicht zu gewinnen"

Grund für die Probleme ist der Rückgang des Preises für Windstrom in Deutschland. "Allein mit deutschen Herstellern können wir den Preiskampf nicht gewinnen", sagt Kettwig dem "Handelsblatt". Er appellierte an die deutsche Regierung, die im Koalitionsvertrag beschlossenen Sonderausschreibungen für die Windkraft schnellstmöglich umzusetzen. Es drohe "ein Desaster", wenn jetzt nichts passiere. (afp/apa/red)

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