Energiewirtschaft

Emissionshandel: Wirtschaft freut sich über noch mehr Gratiszertifikate

Von Umweltschützern kommt harte Kritik an der geplanten Reform des Emissionshandels - Vertreter der heimischen Wirtschaft zeigen sich zufrieden. Der Anteil der kostenlos zugeteilten Verschmutzungsrechte für die Industrie wird nämlich nochmals um drei Prozent erhöht.

Während die Reform des europäischen CO2-Emissionshandels von Umweltschützern heftig kritisiert wird - der WWF spricht etwa von einer "Schande" - ist die Wirtschaft mit dem Kompromiss zufrieden. Der Anteil der kostenlos zugeteilten Zertifikate für die Industrie wird nämlich um 3 Prozent erhöht.

Eckdaten zu der Entscheidung:
EU einigt sich auf Reform des Emissionshandels - nach 2020 >>

"Die WKÖ hat diese Anhebung stets gefordert und begrüßt diese, denn damit stehen mehr Gratiszertifikate für die effiziente österreichische Industrie zur Verfügung", erklärte der Abteilungsleiter für Umwelt- und Energiepolitik der WKÖ, Stephan Schwarzer.

Dennoch würden die Beschlüsse auf eine wesentliche Verschärfung für die betroffenen Unternehmen hinauslaufen, denn die Verknappung der Zertifikate werde beschleunigt, der "lineare Reduktionspfad" von jährlich 1,74 Prozent auf 2,2 Prozent erhöht.

Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, begrüßt zwar die Einigung zwischen dem EU-Parlament und dem Rat der Mitgliedstaaten, ihm ist die Reform des Emissionshandels jedoch zu wenig weitgehend.

Vor allem der Schutz vor Mehrkosten für durch "Carbon Leakage" gefährdete und internationale agierende Industrieunternehmen sei zu wenig ausgeprägt. Der Schutz vor Verlagerung von Produktion werde also eher vernachlässigt, so Neumayer. (apa/red)

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