Portrait

Elisabeth Stadler: „Fachlich kann mir keiner etwas vormachen“

VIG-Chefin Elisabeth Stadler steht auf Platz 3 der 100 wichtigsten Frauen Österreichs. Sie ist dabei die erste Frau, die an der Spitze eines ATX-Unternehmens steht. Dass sie eine Führungsrolle innehaben wird, zeichnete sich früh ab. Ein Portrait.

In der Jugend lenkte sie die Aktivitäten im Freundeskreis, heute einen der größten Versicherungskonzerne in Europa: Elisabeth Stadler hat immer gern dirigiert und eigene Strategien umgesetzt. „Ich habe das in meiner Jugend schon intuitiv getan. Ich habe wie selbstverständlich das Fortgehen und die Urlaube mit meinen Freunden eingeteilt – es war ganz logisch, dass ich diese Aufgabe übernehme.“

Ganz logisch war für sie auch, in ihrem Geburtsort Langenlois zu bleiben, auch wenn das bedeutet, dass sie mindestens zwei Stunden pro Tag im Auto sitzt. Doch auch das zähle im Großen und Ganzen zur Arbeitszeit: „Es ist sozusagen eine Art Aufwärmen und Abkühlen. Ich bereite mich in der Früh schon für gewisse Termine oder Themen vor, abends reflektiere ich noch.“

Name: Elisabeth Stadler
Unternehmen: Vienna Insurance Group AG
Funktion: Vorstandsvorsitzende
Alter: 57
Besonderheit: pendelt seit Jahrzehnten zwei Stunden täglich
 

White Paper zum Thema

Mittlerweile ist die erste Frau, die an der Spitze eines ATX-Unternehmens steht, seit mehr als 30 Jahren im Versicherungswesen tätig: „Ich kenne diese Materie wie meine Westentasche, fachlich kann mir keiner etwas vormachen.“ Das ist auch ein Grund, warum sie kein großer Fan der Frauenquote ist, denn „Frauen wollen wegen ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen einen Job bekommen“, so Stadler. Doch trotzdem seien derartige Maßnahmen zum Teil notwendig, da sich auf dem üblichen Weg zu viele Hürden und zu wenige Chancen für Frauen ergeben würden. Ihnen rät sie, öfter „Hier“ zu schreien und aufzuzeigen, wenn sich Jobmöglichkeiten auftun, und auch Dinge zu tun, die durchaus ambitioniert erscheinen. Denn: „Karriere ist gesteuerter Zufall.“

Lesen Sie auch weitere Portraits:
Bettina Glatz-Kremsner ist die wichtigste Frau des Jahres
Sabine Herlitschka: „Es gibt Luft nach oben“

Therese Niss: „Ich habe wieder zu meinen Wurzeln gefunden“ 
Barbara Potisk-Eibensteiner: Die Geschäftsmodelliererin 
Eva Schinkinger: „Ich war die einzige Konstante“ 
Birgit Rechberger-Krammer: „Ein bisschen Abwechslung brauche ich noch“ 
Mariella Schurz: „Warum gehen so viele Frauen verloren?“ 

INDUSTRIEMAGAZIN hat gemeinsam mit FASresearch die 100 wichtigsten Frauen des Jahres Das gesamte Ranking, ausführliche Portraits einiger Managerinnen und den Kommentar zum Thema finden Sie hier.